Einige Jahre vor seinem endgültigen Durchbruch als Top-Komödiant konnte Leslie Nielsen bereits ein wenig Erfahrung sammeln, - in einer Satire auf die Invasorenfilme der 50er bis 70er.
Aufgrund des recht ähnlichen Titels zur Nackten Kanone (Naked Gun, 1988) sollte man jedoch nicht allzu viele Parallelen erwarten: Der Stoff regt zwar durchweg zum Schmunzeln an, eine hohe Gagdichte wie unter dem Regieteam Abrahams/Zucker ist bei Autor, Regisseur und Darsteller Bruce Kimmel allerdings nicht zu erwarten.
Zumal der Plot absolut nichts hergibt: Fünf Astronauten landen mit ihrer Raumfähre „Vertigo“ auf einem fremden Planeten und nehmen von dort eine kleine, geleeartige Lebensform, eine Art Protoplasma mit. Doch wieder an Bord entwickelt sich dieses zu einem riesigen Alien, welches der Crew nach dem Leben trachtet.
Immerhin konnten die wesentlichsten Genre-Referenzen seiner Zeit integriert werden, neben „Alien“ finden sich Anleihen zu „2001: Odyssee im Weltraum“, „Krieg der Welten“, „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und „Planet der Affen“, was zu vielen kurzweiligen Szenen führt, denen oftmals jeglicher Zusammenhang fehlt.
Auch die fünfeinhalb Protagonisten (wenn man Computerstimme Max mal einbezieht), fummeln häufig ohne roten Faden im Raumschiff herum, aber Hauptsache, einige Dialoge laden mindestens zum Schmunzeln ein, während der ein oder andere Running Gag eher in der Weite des Weltalls verpufft.
So gibt es neben dem Captain den latent gemütsschwankenden Wissenschaftler, einen Koch, der ausschließlich synthetische Menüs kreiert, einen notorischen Nörgler und Frau Psychologin, die sich den Nörgler vom Hals halten will.
Sie alle geben recht markante Erscheinungen ab, bringen aber nur selten Gags, die so richtig aufprusten lassen.
So bringt einer durch Zahlen hereinrufen einen Countdown durcheinander, einer rutscht im viel zu heftig aufgetragenen Wischwasser aus, ein Ausdruck vom erschreckt sein zieht sich unproportional in die Länge und unterdes versucht sich Computer Max ständig als gut gelaunter DJ, - oder er verweigert schlicht seine Funktionen.
Den Vogel schießen allerdings einige Szenen mit dem Weltraummonster ab, welches unter rotem Klumpatsch und einem gelben Zyklopenauge einen bewusst lächerlichen Eindruck verbreitet. Besonders sympathisch ist die Sequenz, als es, an die Übersetzungsdrähte zum Computer angeschlossen, hinter einer Glaskuppel ein fröhliches „I wanna eat your face“ anstimmt und anschließend noch einen regelrechten Broadway-Tanz aufführt.
Auch die Art und Weise, wie es im letzten Drittel hinter den Überlebenden herhampelt, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
Dagegen wirken andere Einstreuungen wie zusammengeschusterte Einfälle, die man unbedingt unterbringen wollte, egal, ob es nun gerade ins Geschehen passt.
Der Trailer zu „Dirty Harry“ mit einem agilen Opa mit Fönfrisur in der Titelrolle ist zwar recht beknackt, aber ebenso wenig die Handlung vorantreibend wie ein vom Captain anberaumter Showabend, der eine Vorlesung aus dem Logbuch, Vorstellung eines Rezepts und Darbietung eines kaum erheiternden Songs mit sich bringt.
Mehr als ´Alien verfolgt Crew-Mitglieder im eigenen Raumschiff ` gibt das Drehbuch eben einfach nicht her.
Doch alles zusammen erheitert die Stimmung, kommt nie wirklich albern oder gar unter der Gürtellinie daher, könnte im Gesamtbild allerdings ein paar frechere Momente bieten.
Und manchmal sind es wieder einmal die kleinen Szenen am Rande, die das Treiben doch recht sympathisch erscheinen lassen, spätestens, als man auf dem fremden Planten landet und ein winziges USA-Fähnchen in den Boden steckt oder Leslie Nielsen wie wild an irgendwelchen Schaltknöpfen herumfummelt, um einem Meteor auszuweichen.
Wie gesagt, kein Vergleich zum grandiosen „Nackte Kanone“, aber zum Warmlaufen allemal brauchbar.
6 von 10