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Oftmals kann man im Vorfeld bereits abwinken, wenn ehemalige oder noch aktive MMA-Kämpfer Hauptrollen in Actionfilmen übernehmen. Doch der Franzose Ciryl Gane bildet als Hauptfigur eine treffende Wahl, zumal der Hüne sogar erkennbares Schauspieltalent mitbringt.

Als ihr Sohn Leo verschwindet, wendet sich die Mutter an den ehemaligen MMA-Champ Bastien, welcher einst ihren Mann versehentlich im Ring tötete. Sein Weg führt Bastien nach Marseille, wo ein blutiger Bandenkrieg entbrannt ist und Leo Zeuge eines Mordes wurde…

Der Stoff steigt direkt mit dem tödlich endenden Schlüsselkampf ein, wonach Bastien seine Karriere an den Nagel hängt. Die kurzen Einlagen untermauern bereits ein gekonntes Handwerk mit einer ordentlichen Choreo, die sich im Verlauf als Stärke des Streifens erweisen wird. Doch bis dahin muss sich der Held mit einer frisch suspendierten Polizistin zusammentun, um ein ungleiches, jedoch sympathisch erscheinendes Duo im Kampf gegen die Bösen auf die Mission zu schicken.

Zwar erhalten die bösen Jungs ein paar kurze Szenen um ihre Garstigkeit zu untermauern, doch so richtig fiese Endgegner kristallisieren sich allenfalls in Ansätzen heraus, zumal das Getue um Viertelbesitz genauso nichtig ist, wie die beinahe schon obligatorische Tatsache eines Maulwurfs bei der Polizei.

Dazwischen gibt es eine gut durchorganisierte Abreibung in einem Club, der seinen Höhepunkt bei einem Kampf auf einer Treppe findet, während das Finale im Revier mit dem Gebrauch von Schusswaffen begleitet wird, wodurch ein wenig Kollateralschaden eingebunden wird. Einmal mehr unterstreicht die gesunde Härte im Zusammenspiel mit dem physisch überzeugenden Hauptdarsteller den Fokus des Unterfangens.

Denn die Geschichte bleibt im Endeffekt eher banal und verläuft komplett überraschungsfrei, wobei zumindest versucht wird, den wesentlichen Charakteren ein wenig Background mit auf den Weg zu geben. Während der Abspann nach nur 79 Minuten einsetzt, hätte es diesbezüglich sogar noch einige kurze Szenen mehr geben können.

Actionfans erhalten mit dem Streifen passable Genreeinlagen mit übersichtlich gefilmten Kämpfen und darstellerisch soliden Leistungen. Der humorfreie Stoff geizt demgegenüber mit einer ausgeklügelten Story, gibt jedoch meist genug Gas, um am Ball zu bleiben.
„K.O.“ ist ganz O.K.
6 von 10  



 

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