Review

Zieht dem Teufel die Lederhose aus!

Selbst wenn „Repossessed“ satte siebzehn Jahre nach „Der Exorzist“ thematisch deutlich zu spät kam, bringt er mich heute zeitlos zum Lachen. Wunderbar wie Linda Blair sich selbst aufs Korn nimmt, toll wie man vor keiner Blasphemie zurückschreckt, egal welche Religion, Leslie Nielsen geht eh immer. Allein Highlights wie der (nicht wie ich zuerst dachte von Linda Blair selbst gesungene) Titelsong oder eine ausufernde Szene im Fitnessstudio zu „Pump Up The Jam“ lassen diese Horrorparodie besser altern als man meinen könnte. Erzählt wird von Nancy, die als Kind einst dämonisch besessen war und von Pater Mayii als Exorzisten gerettet wurde. Siebzehn Jahre später, fährt (per Fernsehen!) wieder ein Teufel in die nun Mutter und Ehefrau, sodass es zu einem Rematch mit der geistlichen Legende kommt…

Kotzalarm am Petersdom

Mit „Repossessed“ wollte Linda Blair, hatte ich mal gelesen, von ihrem kindlichen „Exorzisten“-Image weg. Dabei bin ich mir nicht sicher, ob sie mit dieser Parodie ihres größten Hits dieses nicht eher noch verstärkt. Sei's drum. Sie verdreht einem noch immer den Kopf und hält im dynamischen Duo mit Nielsen „Repossessed“ spielend und augenzwinkernd über'm Weihwasser. Wenn man auf eine etwas abgespeckte und überholte Version des „Naked Gun“-Humors steht. Anfang der 90er wirkte das alles sicher etwas zu spät, zu platt, zu aufgewärmt. Mit heutigem Abstand kann das über seine knackige Laufzeit aber gut genug Laune machen. Selbst wenn die Glanzzeiten aller Beteiligten längst vorbei waren. Aber ein guter Exorzismus samt TV-Show(-Kritik) und Religionsschelle kommt halt (leider) nicht aus der Mode. Auf etlichen Seiten wie IMDB nach meinem Geschmack deutlich underrated. „Repossessed“ ist sich für nichts zu schade. Und das ist gut so. Eine Blödelei vor dem Herrn. Und die schonungslos umgedeutete und eingedeutschte Synchro samt Akzenten und Schwarzwaldklinik-Anspielungen, in die ich aber nur stellenweise zur Probe danach hineingehört habe, hat ebenfalls ihre Momente und ihr Chuzpe. 

Fazit: Witzige Exorzismusparodie, die zwar hier und da über's Ziel hinausschießt und in vielen popkulturellen Anspielungen aus der Zeit gefallen wirkt, die aber dennoch allein durch Nielsen, Blair und ihr Gagstakkato zu unterhalten weiß. Gerade Horrorfans. 

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