Nach seinen Auftritten in „RoboCop“ (1987) und „Naked Lunch“ (1991) hörte man nur noch sporadisch etwas vom Darsteller Peter Weller, dem man durchaus eine steile Karriere zugetraut hätte. Inzwischen hat er das Alter und Aussehen eines unbarmherzigen Mafiabosses erreicht und diesen performt er in vorliegendem Actioner recht souverän.
William Bang (Jack Kesy) ist Hitman bei der hiesigen Mafia und die Zuverlässigkeit in Person. Doch dann wird er von sieben Kugeln niedergestreckt und nur durch eine Herztransplantation gerettet. Während Mafiaboss Cutter (Peter Weller) weiterhin auf Bangs Dienste beharrt, sucht dieser die Witwe seines Spenders auf und vernachlässigt seinen eigentlichen Job. Bis Cutter die Hutschnur platzt und aus dem Jäger ein Gejagter wird…
Wie planmäßig und fokussiert der Titelgebende zu Werke geht, unterstreicht die Eröffnungssequenz, als ein frisch entlassener Scherge vom Knast in die Luxussuite chauffiert wird, wo die dort wartenden Dirnen jedoch nicht lange etwas von dem Kerl haben. Bang scheint dauerhaft unter Adrenalin zu stehen, weshalb er Sex in der Gondel eines Riesenrades offenbar jedem anderen Ort fürs Stelldichein vorzieht. Das Klischee der wenigen Worte und genauso wenigen Gesichtsregungen trifft definitiv zu.
Insofern lässt sich der Wandel nach der Notoperation nur bedingt nachvollziehen. Natürlich ist Dankbarkeit für eine zweite Chance ein Thema, doch dies geht mit etwas Kitsch einerseits und einer erahnbaren Methodik andererseits einher. Vor allem aber sticht negativ heraus, dass sich bis zum Finale in Sachen Action kaum etwas ergibt. Doch auch der finale Akt enttäuscht, da es nur einen mittelmäßig inszenierten Fight gibt und die Konzentration auf zahlreiche blutige Einschüsse eher ermüdet, denn Abwechslung zu liefern.
Zudem bringt Hauptdarsteller Kesy einfach nicht das nötige Charisma mit, um überhaupt Interesse für die Belange seiner oberflächlich gezeichneten Figur zu erwecken. Entsprechend ergeben sich im Mittelteil einige Längen, während ein wenig Kompetenzgerangel unter den Mafiagangstern ebenfalls kaum Abwechslung bringt. Gleiches gilt für die weitgehend austauschbaren Schauplätze, den überhaupt nicht markanten Score und die komplett unauffällig gehaltene Optik.
Das humorfreie Treiben wirkt durch und durch altbacken, bleibt storytechnisch unterentwickelt und enttäuscht am Ende mit einem eher unspektakulären und deutlich zu kurz gehaltenen Showdown. Erwähnenswerte Schauwerte ergeben sich allenfalls durch Feuer fangende Autos, wogegen angeschossene Individuen etwas merkwürdig von der Wucht diverser Geschosse erwischt werden, um derart unrealistisch durch die Luft bugsiert zu werden.
Der thailändische Regisseur Wych Kaosayananda bleibt zumindest seiner Linie treu, indem er wenig inspirierte Kost liefert, die kurz nach der Sichtung wieder vergessen ist.
Auch „Bang“ bietet keinen Anlass zum Ansehen, denn dafür fällt der Stoff zu eindimensional, spannungsarm und überraschungsfrei aus.
4 von 10