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Jackie Chan ist zurück! Nach Kurzauftritten, Voice-Acting-Gigs und hierzulande eher untergegangenen Filmen kommt nun seit THE FOREIGNER (2017) endlich wieder ein ernstgemeinter Polizeifilm mit Chan heraus, in Europa sogar mit Kinoauswertung in UK. 

Gut, an seine alten Actionerfolge  kann der inzwischen 71-Jährige allein aufgrund seiner körperlichen Verfassung nicht mehr ganz anknüpfen und einigen Stunts sieht man an, dass sie eher nicht mehr vom Meister persönlich ausgeführt wurden. Aber Chan ist immer noch in erstaunlich guter Form und Spiellaune. Und er teilt sich sowohl Leinwand als auch Actionszenen mit einigen jüngeren Co-Stars wie der eindrucksvollen Zifeng Zhang. 

Der Film gibt vom Start weg ordentlich Tempo, wenn eine Bande von gutaussehenden Youngsters im Macau Tower Bankdaten stiehlt und auf der Flucht vor der auftauchenden Polizei dutzende Verkleidungen aus den Taschen zaubert, so als würden sie sich für den nächsten Teil von NOW YOU SEE ME bewerben. 

Die Eingangssequenz macht auch gleich deutlich, dass Glaubwürdigkeit und Logik bei diesem Film keine Hauptrolle spielen werden. THE SHADOW’S EDGE ist purer Eskapismus, was so lange in Ordnung geht, bis es gegen Ende dann doch etwas zu unplausibel und chaotisch wird. Es geht irgendwie um Kryptowährungen und – natürlich – ein bisschen um KI, außerdem um Familienbunde, Schuld und Vergebung. 

Vor allem aber geht es um Action und der Film lebt in der Hauptsache von seinen ordentlichen, teils richtig blutigen Actionszenen und den spannenden Beschattungsaktionen. Schade nur, dass er so unnötig kompliziert und überlang geworden ist. Von den 141 Minuten hätte man gut eine Viertelstunde straffen können, um einen tighten Polizeithriller zu bekommen. 

Aber vielleicht gelingt das ja beim nächsten Mal: Nach den Outtakes im Abspann wird noch eine Fortsetzung angeteast. 

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