Mit Eddie Murphy assoziieren Actionfans sogleich die Reihe um „Beverly Hills Cop“ und speziell in Deutschland die Synchro von Randolf Kronberg, die oft am Rande des Erträglichen tangierte. Haudegen im gehobenen Alter wollen es zwischenzeitlich ja immer noch einmal krachen lassen, weshalb Murphy bei vorliegendem Werk als einflussreicher Produzent fungierte.
Russell (Murphy) läuft Gefahr, den Abend seiner Silberhochzeit mit Natalie (Eva Longoria) nicht angemessen feiern zu können. Als routinierter Fahrer eines Geldtransporters wird ihm der verpeilte Travis (Pete Davidson) zugeteilt und obendrein attackieren zwei Geländelimousinen den gepanzerten Wagen, angeführt von der durchtriebenen Zoe (Keke Palmer). Diese führt mehr im Schilde als zunächst angenommen…
In den ersten rund 40 Minuten vollzieht Regisseur Tim Story eine kleine Zeitreise in die 90er, denn nach einer eher kurzen Einführung der wesentlichen Figuren geht es sogleich auf die einsame Landstraße, wo handgemachte Action mit einiger Situationskomik dominiert.
Da wird gerammt und abgedrängt, es fliegen Farbbeutel, werden Schneidbrenner eingesetzt und man hängt phasenweise mit vollem Körpereinsatz in den Seilen.
Die Buddys ergänzen sich eine Weile ganz gut und während Murphy mit Zurückhaltung auf ganzer Linie überrascht, überlässt er den redseligen Part seinem jüngeren Kompagnon, welcher etwas zuviel Gesichtsakrobatik anwendet. Deutlich ambivalenter performt Keke Palmer, deren Ziele zumindest nicht gleich in der ersten Hälfte komplett offenbart werden.
Denn in der zweiten geht dem Unterfangen über weite Teile die Puste aus und es offenbart sich eine überaus konventionelle Story ohne Ecken und Kanten.
Zwar bleibt das Tempo nahezu konstant hoch und gegen Ende wird auch mal effektiv mit dem Feuer gespielt, doch Überraschungen bleiben komplett aus und trotz gut gelaunter Dialoge generieren selbige kaum mehr als nur Schmunzler. Beiläufige Einschübe wie das Erklingen von „Neutron Dance“ von den Pointer Sisters und der entsprechenden Reaktion Murphys sind da schon etwas feinsinniger eingesetzt.
Die dynamisch inszenierte Action und die solide aufspielenden Mimen stehen einem einfallslosem Drehbuch gegenüber, welches einen Mix aus Heist-Movie und Buddy-Komödie präsentiert. Zwar fallen die 96 Minuten (insbesondere die erste Hälfte) kurzweilig aus, doch aufgrund der Ideenlosigkeit bleibt „The Pickup“ nicht sonderlich lange in Erinnerung.
Knapp
6 von 10