Die beiden Geldtransport-Fahrer Russell und Travis werden auf ihrer Route von einigen Gangstern überfallen... und als Kopf der Bande entpuppt sich ausgerechnet die hübsche Zoe, die den depperten Travis am Tag zuvor noch für einen One-Night-Stand abgeschleppt hat und in die dieser jetzt natürlich so richtig verschossen ist. Die junge Frau hat es jedoch nicht auf die Ladung, sondern auf den Panzerwagen selbst abgesehen, der planentscheidend wichtig bei ihrem Vorhaben ist, ein Casino in Atlantic City um 60 Millionen Dollar zu erleichtern. Da Russell und Travis ihre Kollegen außer Gefecht gesetzt haben, werden die beiden von Zoe prompt als neue Handlanger zwangsrekrutiert, um sie bei dem Raub zu unterstützen, was Russell gar nicht in den Kram passt, denn der will eigentlich nur rechtzeitig nach Hause kommen, um mit seiner Frau Natalie seinen 25sten Hochzeitstag zu feiern. Hakelig wird die Angelegenheit, als die beiden geprellten Banditen auch noch auftauchen und dem Trio dazwischen fuhrwerken... Für Eddie Murphy läuft es aktuell in Streaming-Zeiten auf Amazon und Netflix besser als in den letzten paar Jahrzehnten mit seinen vielen enttäuschenden, familienfreundlichen Komödchen im Kino... auch wenn er mit "The Pickup" wie schon mit seinem letztjährigen, verspäteten "Beverly Hills Cop"-Sequel "Axel F" nicht gänzlich an seine wahre Hochphase zu Beginn der 80er anknüpfen kann. Einen neuen "Nur 48 Stunden" sollte man deshalb ergo wieder nicht erwarten, aber zumindest das Niveau von "Metro" oder "Showtime" erreicht er hier doch allemal und damit ist man ja irgendwie auch schon zufrieden, zumal man auf dem Level ja immer noch die meisten anderen Streaming-Produktionen in dieser Sparte in die Tasche steckt. Für meine Begriffe ist "The Pickup" aufgrund seiner bodenständigeren Machart tatsächlich ein besserer und spaßigerer Film als etwa ein "G20" oder jüngst erst die John Cena-Comedy "Heads of State", bei der der größte Teil der Action halt merklich vor 'nem Green-Screen stattgefunden und anschließend am PC mehr schlecht als recht zusammengestoppelt wurde... der einzige, wirklich augenfällige CGI-Moment kommt hier erst ganz zum Schluss, wenn im Finale der Truck brennt und da kann man das einigermaßen verschmerzen. Überraschend gut ist dafür Murphys Chemie mit seinem Co-Star Pete Davidson, deren Zusammenspiel hier tatsächlich für 'nen höheren Unterhaltungswert sorgt, als man eigentlich angenommen hätte. Würde da die Logik der Behelfs-Handlung nicht ganz so arg durchhängen und hätte man zwischendurch zumindest noch ein etwas spektakuläreres Radau-Set-Piece in petto (der Überfall auf den Geldtransporter macht da dank guter, alter Stunt-Arbeit nämlich durchaus was her!), könnte man "The Pickup" glatt 'ne vollumfängliche Empfehlung aussprechen... so langt es als ebenso harm- wie anspruchsloses Entertainment aber zumindest noch zum schmerzlosen einmaligen Ansehen und anschließenden Vergessen.
6/10