Das Gute: Vorliegender Haihorror ist ausnahmsweise nicht von Asylum, obgleich Michael Paré einmal mehr am Rande mitmischt. Das Schlechte: Regiedebütant Stephen „Scruffy“ Edgewood liefert qualitativ noch drunter ab.
Einige Models um die angehende Krankenschwester Juliet befinden sich auf einer abgelegenen Insel in Thailand. Mit ihnen ein wertvolles Collier und der Bewacher und ehemalige Cop Zack. Doch dann verschwindet die Kette und jeder verdächtigt den anderen, während Haie das Eiland umkreisen und eine Flucht unmöglich machen…
Womöglich wollte Scruffy einfach mal Urlaub in Thailand machen und buchte die Darstellerinnen nach äußeren Erscheinungsmerkmalen, da sie ja schließlich Models verkörpern sollen. Das erklärt zumindest, warum die Kerle so unglaublich unpassend besetzt sind und unter aller Kanone performen, wogegen die Haie fast ausschließlich aus Stock Footage bestehen.
Schlimmer noch: Düst so ein Vieh durchs Wasser, dürfte es sich dabei um einen drittklassigen Schwimmer mit Plastikflosse auf dem Rücken handeln. Die wenigen Attacken sind so unübersichtlich geschnitten, dass erst gar kein detaillierter Angriff auszumachen ist: Strampelndes Opfer, zu viele Nahaufnahmen, Blut im Wasser, Ende.
Ohnehin ist das Editing eine Katastrophe. Es reihen sich zahlreiche Kontinuitätsfehler aneinander, bei Panoramaaufnahmen sind auch mal zwei Touristen am Strand zu sehen, obgleich die Insel unbewohnt sein soll und ein abgetrenntes Bein als Fundsache könnte kaum mehr nach Plastik aussehen. Zudem scheren einem die Figuren nicht die Bohne, zumal diese bis zur Halbzeit ausschließlich mit Nichtigkeiten beschäftigt sind. Aber auch mit dem Verschwinden der Kette kommt zu keiner Zeit Spannung auf, denn unlogische Begebenheiten nehmen sogar noch zu.
Hinzu gesellt sich immerhin noch etwas unfreiwilliger Humor aufgrund der unfähigen Synchro. „Hüte dich unbedingt vor Anton“ klingt eigentlich unspektakulär. Da der Name jedoch englisch klingen soll, lautet der Satz schließlich „Hüte dich unbedingt vor Enten.“
Die wären eventuell auch angriffslustiger aufgetreten als jene Haie, die uns hier aus der Retorte präsentiert werden.
Selbst eingefleischten Trashfans dürfte da das Schmunzeln vergehen, denn trotz der kurzen Laufzeit von 77 Minuten stimmt bis auf die Kulisse rein gar nichts. Die musikalische Untermalung klingt nach ganz üblen und vergessenen 80er Songs, die meisten Dialoge wirken unbeholfen und lebensfremd und am Ende will man gar nicht mehr wissen, wer die Kokosmuss oder das Collier geklaut hat.
2,5 von 10