Review

Der geflohene Sträfling Luke und der Goldsucher Jaroo versuchen im Mexiko des 19. Jahrhunderts mit Hilfe einer Gruppe von Apachen-Indianern eine gut bewachte Befestigung einzunehmen. Angeblich soll in der großen Festung ein Goldschatz aufbewahrt werden, der Millionen von Dollar wert ist.

El Condor ist eine launige Variation des Italo Westerns made in USA. Gedreht wurde in Spanien, dem DOP gelingen dabei einige nette Naturaufnahmen, nix gegen Monument Valley aber ab und zu ein wenig Abwechslung der Hintergrundfelsen ist auch mal nicht schlecht. Überhaupt ist die Bildqualität für einen ja immerhin schon 40 Jahre alten Schinken absolut in Ordnung, scharfe Konturen, klare Farben, so etwas bringen manche zeitgenössischen Werke nicht zustande. Für die humorige Note ist vor allem Altmeister Lee van Cleef, in seiner Rolle als gutgelaunter Trickbetrüger, zuständig. Nicht seine beste Karrieleistung aber amüsant zu betrachten. Ihm in nichts nachstehen tut sein Filmpartner Jim Brown als rationell denkender Ausbrecher, die beiden tragen den Film beinahe allein und machen das gut so.
Der Film selber ist ein reichlich bleihaltiges Gemetzel. Der Borycount dürfte nur Minimal unter dem von Hot Shot II liegen (leider wird hier kein Counter miteingeblendet). Die Story an sich bietet da eine interessante Konstellation, das sich quasi Banditen mit Apachen verbünden um ein mexikanisches Fort auszurauben. Hab ich in der Form glaub ich auch noch nicht gesehen. Die Action steht dabei auch glücklicherweise im Vordergrund, im Mittelteil gibts zwar einige Durchhänger, dafür gibts einen Krachbumm Showdown vom feinsten. Geballert und erschossen wird jedenfalls als gäbs kein Morgen mehr. Der finale Schlußtwist paßt dabei zum lustigen Unterton des Films, am Ende gibt es keinen Sieger und diese Aussage paßt auch in den vorherigen Kontext, denn positive Charaktere oder Helden, die derlei verdient hätten, gibt es nicht (jeder hat irgendwie Dreck am Stecken).
Insegsamt ein gelungener Westernbeitrag, den El Condor hier abliefert. Die Action stimmt und ist auch gut photographiert, wäre zur Halbzeit nicht noch die eine oder andere inszenatorische Schwäche gewesen, wären sogar noch mehr Punkte drin.
7/10

Details
Ähnliche Filme