Den Exorzistenfilm zu reformieren, dürfte in etwa so schwer sein, wie das Rad neu zu erfinden, welches trotz unterschiedlicher Größen immer vor oder zurück rollt und am Ende muss das Böse aus der besessenen Person vertrieben werden. Dem Titel gemäß lockt hier zumindest ein neuer Ansatz.
Candice, ihr Mann Joel und Teenagersohn Elliot befinden sich auf einer Missionarsreise in den Anden, in einem kleinen Dorf in Ecuador. Nachdem Elliot eine ominöse Höhle betrat, scheint sein Wesen verändert und Candice bittet den hiesigen Pater um einen Exorzismus. Doch ein Schamane in den Bergen weiß um den Dämon, welcher in der Höhle haust…
Das Setting in den Anden liefert natürlich eine Abwechslung gegenüber anderen Genrestoffen, die weitgehend in den USA angesiedelt sind. Auch die Beteiligung überwiegend indigener Personen, von denen sich ein Teil bereits zum christlichen Glauben bekehren ließ, eröffnet einen zunächst oberflächlichen Einblick in eine andere Kultur. Doch anstatt sich eingehender mit südamerikanischer Folklore und deren Mythen auseinander zu setzen, beginnt Elliot schon bald mit veränderter Stimme zu sprechen und mit schwarzen Klüsen schrille Schreie auszustoßen.
Jenes Stilmittel zum Erschrecken nimmt überhand, gleichermaßen mangelt es an kreativen Einfällen, um die dämonische Präsenz über das Krabbeln einiger Skorpione hinaus zu visualisieren. Hinzu kommt, dass die anfänglich einfühlsam handelnde Candice sich oft im Ton vergreift, ungerechte Aussagen trifft und zunehmend unsympathischer wird. Aber auch der titelgebende Schamane liefert zu wenige Hintergründe, um sein zuweilen ominöses Handeln zu rechtfertigen, - es fehlt der Charakter zum Mitfiebern.
Auf Dauer wirkt die Handlung träge, unterstützt von einem unaufgeregt anmutenden Score und während nachfragende Versuche immer wieder ins Leere laufen, erfährt die dämonische Präsenz noch nicht einmal eine Steigerung. Selbst beim Showdown sind keine dramaturgischen Höhepunkte auszumachen, Überraschungen bleiben komplett aus und die finalen Einstellungen sind in jeder Pore absehbar.
Die allenfalls mittelmäßig performenden Mimen vermögen den Stoff kaum zu tragen, da mag die Kamera zwischenzeitlich einige nette Landschaftsimpressionen hinzufügen, - es ändert nichts am arg formelhaften und wenig spannenden Ablauf. Die sehr wenigen Gewalteinlagen und das halbwegs solide Make-up retten nichts, wenn der Titelgebende letztlich durch jeden anderen Geistlichen hätte ersetzt werden können.
3,5 von 10