Der schüchterne Junge Morgan soll das erste mal in ein Sommerlager fahren . Eigentlich hat er keine Lust dazu , doch im Camp angekommen , lernt er schnell neue Freunde kennen , wird aber auch von C.J. , einem Jungen aus seiner Heimatstadt , gemobbt . Bei einer Versammlung um das Lagerfeuer erfahren die Kinder von der Legende des " Doktors " , der einst irgendwo im Wald gelebt haben und seine Familie im Keller seines Hauses zu einem einzigen Monster zusammengenäht haben soll . Heute noch soll der Doktor durch den Wald schleichen , um nach dem Keller seines inzwischen abgerissenen Anwesens zu suchen . Steckt in der Legende etwa ein Fünkchen Wahrheit ? Morgan glaubt jedenfalls bald den Doktor im Lager gesehen zu haben , doch natürlich glaubt ihm niemand ...
Schade , Schade , Schade !
Hier wurde ein eigentlich recht vielversprechender Horror / Mystery Film mit der Suche nach immer neuen und überraschenden Wendungen letztlich zunichte gemacht .
Dabei beginnt alles so klassisch : Ein Camp im Wald , eine Horrorgeschichte am Lagerfeuer . Doch im Unterschied zu den 1980er Jahre Vorbildern gibt es in " Marshmallow " echte Kinder im Camp und keine Teens und sogar echte Schauspieler , und die machen ( auch die Kinder ) ihre Sache wirklich gut . Das Camp ist belebt und die Betreuer sind irgendwie zwar die Stereotypen aus den 1980er Jahre Slasher Filmen , wirken aber dennoch viel mehr wie echte Menschen . Die Synthie Musik und die Atmosphäre des abgelegenen Waldes sorgen für Stimmung , Konflikte zwischen den Kindern lassen fast an ein Coming of Age Drama denken und an Zeiten , in denen sich ein paar Jungen in " Stand by me " auf die Suche nach einer Leiche machten . Das Rätseln , ob sich der - einst durch einen Unfall traumatisierte - Morgan den Doktor nur einbildet , oder etwas anderes hinter den Vorgängen im Camp steckt , steigert die Spannung auf ein gesundes Maß .
Doch nach ca. 40 Minuten zerstören gleich DREI Richtungswechsel / Überraschungen einen Film , der so gut und spannend begonnen hatte . Wobei ich die erste Wendung noch in Ordnung fand ( und diese der Spannung erst keinen Abbruch tut , sondern sie noch etwas steigert ) , die zweite schon sehr aufgesetzt wirkt ( und dabei kaum richtig erklärt wird und ziemlich unrealistisch ist ) , während die dritte vollkommen unnötig ist , da sie wohl nur noch für einen abschließenden Schock sorgen sollte .
Auch wenn ich mich wiederhole : Schade , Schade , Schade !
Hier wäre tatsächlich mehr drin gewesen , wäre man eher den Genrepfaden gefolgt oder hätte sich eine GUTE Wendung für den Schluss ausgedacht . So ist das Ergebnis Mittelmaß , dabei hätte mir " Marshmallow " so gut gefallen , wenn er so geendet hätte , wie er begonnen hat .
*** Der Film wurde im englischen Original gesehen !!!