Review

iHaveCNit: Zweigstelle (2025) – Julius Grimm – Weltkino

Deutscher Kinostart: 09.10.2025

gesehen am 14.10.2025

Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 9, Platz 4 – 20:45 Uhr

Eigentlich wollte Resi nur mit ihrem Freund Schluss machen, schon offenbart er ihr, dass er tödlich erkrankt ist und nur noch wenige Jahre zu leben hat, prompt stellt sie ihre Entscheidung zurück. 3 Jahre später ist ihr Freund verstorben. Gemeinsam mit der Clique möchte sie ihm den letzten Wille erfüllen, doch bei der Fahrt gerät das Vierergespann in einen Verkehrsunfall, nach dem sie sich wundern, wo sie gelandet sind. In der Zweigstelle Süddeutschland III/2 wird inmitten des Behördenchaos nach bestimmten Kriterien entschieden, wo der weitere Weg zur endgültigen Konsequenz des Lebens sie führen wird.

Julius Grimms „Zweigstelle“ gehört mit zu einer der witzigsten und skurrilsten Ideen, die ich für deutsche Tragikomödien in der letzten Zeit gesehen habe. Das Jenseits nach dem Tod als deutsche Behörde mit all ihren Eigenarten von Nummern ziehen, überlasteten Empfangsdamen, übereifrigen Chefs, Technikschwierigkeiten und geheimnisvollen Hausmeistern wirkt gerade in der auch gewählten Optik und auch den Kameraperspektiven so, als hätte man sich an Wes Anderson orientiert und würde in gewisser Art und Weise Tim Burtons „Beetlejuice“ in einer süddeutschen, bayrischen Behördenversion mit einer gewissen Portion des legendären „Passagierschein A38“ aus der Asterix- und Obelixreihe mixen. Doch inmitten der Comedy, die durch eine ganze Reihe skurriler Charaktere den Film sehr unterhaltsam macht, wirken auch die ernsten Momente, selbst wenn sie ein wenig die Comedy ein wenig konterkarieren in sich stimmig in diesem absurden, skurrilen, aber auch etwas makabren und morbiden Film. Mit Glaubensfragen, dem Nichts und auch vor allem der von Sarah Mahita gespielten Resi in der Hauptrolle hat der Film in der Charakterentwicklung und den Hintergründen auch einen ernsten und durchaus tiefgründigen Unterton, der den Film zwar etwas unausbalanciert, aber auch tiefsinnig im Rahmen seiner Möglichkeiten macht.

„Zweigstelle“ - My First Look – 8/10 Punkte




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