Review
von Leimbacher-Mario
Blombenstimmung
"The Shakiest Gun In The West" ist das Remake zum Bob Hope Klassiker "The Paleface" und im Grunde eine frühe Western-Blödelei ohne Anspruch und Tiefe, dafür mit viel Schwachsinn, vorhersehbaren Witzen und platten Späßen, die eher wie für Kinder gemacht scheinen als für Erwachsene. Doch in Zeiten, in denen sich solche naiven Revues rar machen oder gar nicht mehr existieren, in denen es allgemein oft scheinbar wenig zu lachen gibt und wenn dann meist peinlich unter der Gürtellinie, wirkt "The Shakiest Gun" dann doch irgendwie süß aus der Zeit gefallen. Er tut keinem weh und will einfach nur spielen, ein paar Lächeln auf unsere Gesichter zaubern. Sogar auch mal unfreiwillig, jedes Mittel scheint ihm recht. Er macht sich gerne zum Affen und scheut dabei kein Fettnäpfchen. Auf die veralteten und ärgerlichen Stereotypen von Asiaten und amerikanischen Ureinwohnern hätte ich zwar gerne verzichtet, richtig böse kann man diesem Clown von Film allerdings nie sein. Er ist nicht ernst zu nehmen und weiß das auch in jeder Pore.
Don Knotts spielt wie entfesselt einen zittrigen Zahnarzt auf dem Weg nach Westen, weil es in Philly scheinbar genug Kauleistendoktoren gibt. Auf dem Weg dorthin lernt er eine wilde Undercover-Agentin kennen, mit der er (unwissend) eine illegale Waffenlieferung an die Indianer aufdecken und verhindern soll. Doch mit einer Hand, gegen die Michael J. Fox wie ein Herzchirurg anmutet und nahezu ohne Eier in der Hose, fällt dem komischen Kautz das natürlich alles andere als leicht... "The Shakiest Gun In The West" ist weit davon entfernt ein Klassiker oder Ähnliches zu sein. Dafür ist der Humor zu läpsch, wie wir in Köln sagen würden. Jeder Ü12er wird dabei wohl nur noch selten ernsthaft lachen. Und dennoch spürt man irgendwie, dass Don Knotts Show ihr Herz am rechten Fleck trägt. Es ist kein Film, den man herzlich hassen kann. Und wenn doch, dann würde ich um diese Person wohl eher einen Bogen gehen als um den Film. "The Shakiest Gun In The West" muss man nicht sehen, aber ich habe es mit Sicherheit auch nicht bereut. Irgendwie zum Knuddeln. Bei den richtigen Erwartungen.
Fazit: unschuldiger Humor im nicht ganz so wilden Westen. Ein Einsteigerwestern für die Kleinen. Ganz sicher kein "Blazing Saddles" oder "Three Amigos", aber immer noch wesentlich sympathischer als aktuelle Western-Lachverstopfungen ala "Ridiculous 6" oder "A Million Ways To Die in The West". Ungefährlich, naiv, flach, aber nie völlig verblödet.