Amateurfilmer Chase plant mit Freunden seinen ersten Feature Film über Bigfoot, produziert von einem Möbelhändler (sowie seiner treuen Kundin Betsy) und begleitet von einer Dokumentarfilmcrew. Klar, dass dabei schiefgeht, was schiefgehen kann: Der Hauptdarsteller, der eigentlich gleichzeitig Kameramann sein sollte, hat noch nie einen Camcorder in der Hand gehalten, weshalb der Regisseur mit der Kamera immer direkt vor oder hinter ihm gehen (oder liegen) muss. Die schicke Waldhütte haben die Eltern der Regieassistentin eigentlich nur für ein paar Tage zur Verfügung gestellt, weil sie noch mit anderen geteilt wird. Und in den Wäldern ist gerade Jagdsaison – nicht das beste Timing für einen Sasquach-Film. Darüber hinaus erwartet die wohlhabende und auch etwas senile Geldgeberin Betsy ihr versprochenes Rendezvous mit dem Star des Films „Alan Rickman“.
Die Macher schauen in ihrer Mockumentary liebevoll auf ambitionierte Genrefilmer, deren Vision ihr Können deutlich übersteigt. Sie liefern damit zum einen ein glaubwürdiges Making of eines Found Footage-Films, der nie das Licht einer Leinwand erblicken wird. Zum anderen breitet sich während der Dreharbeiten auch noch ein „echtes“ übernatürliches Element aus, was Anlass für parodistische, aber auch creepy Szenen gibt.
Nun sind Cast und Crew nicht gerade Christopher Guest und sein Impro-Ensemble und FOUND FOOTAGE ist nicht WAITING FOR GUFFMAN. Tempo, Timing, Gags und schauspielerische Leistungen sind auf jeden Fall solide über Amateurfilmniveau, für eine rasante und intelligente Meta-Comedy ist aber noch ordentlich Luft nach oben.
5.5/10