Review

Düsterer Spaghetti-Paella-Western

„El Rojo“ ist eine schwitzige italienisch-spanische Co-Produktion und erzählt von einem stoischen Pistolenheld mit Schlafzimmerblick, der das von oben fingierte Massaker an seiner Familie rächen will, wobei ihm vier reiche, angesehene Wohltäter/Gangster einer kleinen Gemeinde ein Dorn im Auge sind…

Kriegst vom Helden Zucker und Zunder

Seine Momente hat „El Rojo“, ohne Zweifel. Ein Auftragsmörder mit markanter Maske. Ein viel zu schöner und gestriegelter Held. Melancholisch-epische Songs gesungen von prallen Dirnen. Gute Ausstattung. Das Pro an Gewalt und Bodycount, das man damals einfach nur in/aus Südeuropa bekam. Und eine sehr konzentrierte, kurze Laufzeit geben „El Rojo“ den Kick über den Durchschnitt. Erst recht wenn man ein Faible für das Subgenre und die ehrgeizigen Produktionsländer hat. Dunkle Höhlen. Fiese Gestalten. Mächtige Einschusslöcher. Narbengesichter und Rachegelüste. Whiskey und Shootouts. Minenschächte und Mittelsmänner. „El Rojo“ ist kein Italo-Espana-Western, der gänzlich in Vergessenheit geraten sollte. Aber sicher genauso wenig einer, der seine Schublade weiter vorangebracht hat. Aber das muss ja nicht jedes Werk. Manchmal reicht es, das was man sehen will routiniert und positiv-niederträchtig durchzuziehen. Und ein bisschen Mystery ist auch dabei - da nicht komplett klar ist, wer unser rachlüsterner „Held“ überhaupt ist und warum er mit den vier fragwürdigen „Gentlemen“ überhaupt eine fette Rechnung offen hat…

Fazit: „El Rojo“ ist eine milde Empfehlung - zumindest für Fans von blutigeren Euro-Western dieser Epoche. Wenn man genauer hinschaut in vielerlei Hinsicht aber doch nur eher ein Amalgam von Leone, Eastwood und der verehrten A-Liga. Trotzdem ganz okay. Schmiedet ein Eisen, erfindet kein Rad.

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