Hamburg: Zwei Jahre nach einer erlittenen Fehlgeburt fasst die junge Architektin Olivia den Entschluss, ihren Freund, den Videospiele-Designer Tim, zu verlassen... und wird daran von einer urplötzlich auftauchenden, undurchdringlichen Wand gehindert, die sämtliche Türen und Fenster der gemeinsamen Wohnung versperrt. Schlimmer noch, es scheint so, als wäre das gesamte Gebäude von dem bizarren Metall-Panzer umgeben. Gemeinsam mit einigen Nachbarn schlägt man sich per Axt durch den Boden Stockwerk um Stockwerk ins Kellergeschoss vor, wo man hofft, mittels unterirdischer Tunnel aus dem zweiten Weltkrieg nach draußen fliehen zu können. Der Polizist Yuri geht jedoch davon aus, dass es sich bei der Wand um einen Schutz-Mechanismus handelt, der das Haus von einem stattgefundenen, apokalyptischen Ereignis abschirmt und schreckt darum auch nicht vor der Anwendung von Gewalt zurück, um die Anwesenden zum Bleiben zu bewegen... Die Aussicht darauf, das Real-Life-Pärchen Matthias Schweighöfer und Ruby O. Fee in einem deutschen Science-Fiction-Thrillerchen für Netflix zu sehen, dessen Inhalt mal wieder arg nach dem ollen "Cube" müffelt, schraubt die Erwartungshaltung da im Vorfeld zugegeben nicht gerade in ungeahnte Höhen, aber ein wenig kann man hier schon Entwarnung geben, denn "Brick" ist mal echt nicht der schlimmste Streifen von dieser Sorte und auch lange nicht so öde wie der vergleichbare "Der Schacht 2", mit dem der Streaming-Gigant da erst letzes Jahr seine Abonnenten gelangweilt hatte. Dass sich Filmschaffende aller Länder nun fast dreißig Jahre nach Vincenzo Natalis besagtem kanadischen Low-Budget-Streifen aber immer noch regelmäßig an vergleichbaren, kammerspielartigen Prämissen abarbeiten, denen schon lange kein irgendwie gearteter innovativer Wert mehr beizumessen ist, sollte einem aber doch ein wenig zu denken geben... zumal das alles im Falle von "Brick" da doch sogar noch mit einem gewissen Aufwand umgesetzt wurde: Formal gibt es da nicht wirklich was zu bekritteln, Effekte und Darsteller sind - für hiesige Verhältnisse - allemal okay, ein paar dezente Gewalt-Einlagen gibt es auch (ohne jetzt aber den Splatter-Level einer "Cube"-Falle zu erreichen) und sogar die Auflösung zum Schluss ist nicht die dümmste, die man je in so einem Filmchen vorgesetzt bekommen hat. Hinterher bleibt dann aber trotzdem die Frage gestattet, ob man die sichtlich vorhanden gewesenen Ressourcen nicht lieber in die Entwicklung eines etwas originelleren Drehbuchs hätte investieren sollen, statt ein paar Dekaden später nochmal den x-ten Aufguss einer abgenudelten Idee vom Stapel zu lassen? Innerhalb der deutschen Genre-Filmlandschaft schlägt sich "Brick" tatsächlich ganz wacker und vor den meisten "Cube"-Rip-Offs, die da oftmals erheblich billiger daherkommen, hat er ebenfalls die Nase vorne... aber ob das ausreichen wird, um international für Furore zu sorgen (oder auch nur ein ähnliches Feedback zu erzeugen wie letztes Jahr der sehr viel eigenwilligere "Cuckoo"!), möchte ich doch mal arg bezweifeln! Nun ja, zumindest hat man ihn aber auch nicht gegen die nächstbeste Wand gefahren, immerhin...
5/10