Review

Die Welt der Menschen und die der Dämonen ist durch ein Energiefeld getrennt, unsichtbare blaue Linien, aufrechterhalten durch den Gesang eines Trios von Dämonenjägerinnen. Dass diese Linien in „KPop Demon Hunters“ aber irgendwie nicht so richtig zwischen den den beiden Welten verlaufen, ist nur eine Sache, die in dem Animationsfilm aus Amiland wenig Sinn ergibt. Das dürfte die Zielgruppe wenig stören, zu dieser gehöre ich aber eben nicht, obwohl ich Animes schätze. „KPop“ allerdings nimmt seine Existenz zum Anlass, ein spürbar durchgetaktetes Produkt zu sein. Und das schätze ich weniger. 

Wie es der Titel verrät, spielt Musik eine Rolle und diese ist generisch-modern, da kommt in mir der alte Knacker durch. Das ist nichts für mich. Die Songs gehen zum einen Ohr rein, zum anderen raus, Autotune und Überkompression besorgen den Rest (ist eben leider nicht Slayer, Anm. d. Red.). Da schau ich lieber noch einmal „Aggretsuko“. 
Was die ebenso im Titel stehende Jagd auf Dämonen angeht, so ist diese nur Beiwerk. Die Gegner sind quasi One-Hit-Wonder und lösen sich bei Berührung in Luft auf. Die Figuren, vorrangig das zentrale Damentrio, definieren sich über vielleicht eine bis zwei Eigenschaften, sie bleiben eindimensional. Man versucht sich zwar an etwas Hintergrund, die Vorgabe scheint aber öfters „Tell, don‘t show“ gewesen zu sein. Auch die Romanze mit dem ach so schmucken Gegenspieler bleibt vorhersehbar und artig aus dem Baukasten für Teenies gewerkelt. 

Trotz all der Kritik gibt es auch gelungene Zutaten. Will man es so sehen, kann man hier in einigen überzeichneten Manierismen eine Satire erkennen, die sich der Vermarktung der Casting-Produkte annimmt. Der eingebrachte Humor trifft manchmal, je nach Geschmack, und einen Extrapunkt gibt es für das Trio aus Katze, Vogel und Hut. Auch kann man dem Streifen nicht vorwerfen, langweilig zu sein. Und dennoch fasst ein Zitat aus dem Film das Ganze für mich gut zusammen:

„You‘re too much and never enough.“

Ich kann verstehen, warum das Ding bei der Zielgruppe so populär ist. Autotune findet sich ja auch überall. 

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