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Bevor sich eventuell Menschen wundern, ob in der Ehe von Milla Jovovich und Regisseur Anderson noch alles in Ordnung ist: Wahrscheinlich schon. Denn der Filmemacher, unter dessen Regie die Mimin häufig in der Hauptrolle zu sehen ist, heißt Paul W.S. Anderson („Resident Evil“) und jener hier heißt Brad und drehte bereits Erfolge wie „Der Maschinist“.

In einer nicht allzu fernen Zukunft steht die Welt am Abgrund. Durch große Risse in der Erde konnten außerirdische Lebensformen, die Worldbreaker auf den Plan treten, welche hauptsächlich männliche Opfer infizieren oder töten. Ein Dad (Luke Evans) und seine 15jährige Tochter Willa (Billie Boullet) verschlägt es auf eine Insel, auf der er sie schrittweise für den Kampf und auf das Leben da draußen vorbereitet…

Anderson hat zwar Jovovich im Gepäck, doch die bestreitet nur wenige Szenen in gewohnter, kämpferischer Manier und taucht über weite Teile komplett ab. Nach einer nur partiell spannenden Flucht mit dem Boot zur Insel hat man es mehrheitlich mit einem Zwei-Personen-Stück zu tun, welches deutlich mehr Drama denn Action liefert.

Denn die Titelgebenden tauchen beinahe nur sporadisch auf, ihre spinnenartige Ursprungsform wird lediglich angedeutet, so dass man es im finalen Akt mit einigen, wenigen Mutationen zu tun bekommt, welche zombiefizierten Menschen arg ähneln und aufgrund ihrer eher lahmen Fortbewegungen keine spektakulären Erscheinungen abgeben.

Immerhin vermittelt das sympathische Zusammenspiel von Vater und Tochter ein Gefühl von Trost und Hoffnung, auch unterstützt von diversen Erzählungen des namenlosen Dads aus alten Zeiten. Jene werden leider nur in Ansätzen visualisiert, der inszenatorische Aufwand bleibt gering und im Verlauf führt eine gewisse Redundanz zu merklichem Leerlauf.

Sich wiederholende Trainingseinheiten, Nahrungsbeschaffung und weitere Vergangenheitsberichte lassen die erforderliche Dringlichkeit vermissen, zumal das genaue Ziel des längeren Aufenthalts auf der grünen Insel nicht so genau herausgearbeitet wird. Jene wird meistens hübsch eingefangen, Luftaufnahmen unterstreichen gleichzeitig die isolierte Situation und auch der Score liefert eine zumeist stimmungsvolle Untermalung.

Doch bis zum finalen Akt mangelt es an Konfrontationen, selbst zwischen den Figuren gibt es beinahe keine Reibungen. Die wenige Action gegen Showdown ist okay gestaltet, der wechselnde Fokus zu den beteiligten Charakteren entwickelt zumindest für einige Momente eine angemessene Dynamik, doch das eher offen gehaltene Ende unterstreicht einmal mehr, dass diverse Möglichkeiten schlicht ungenutzt bleiben.
 
Und so lässt sich von Andersons Dystopie am Ende nicht viel mitnehmen. Solide Performances, allen voran von Luke Evans täuschen kaum über den Mangel an Substanz hinweg, - das Drama plätschert über weite Teile eher spannungsarm vor sich hin und bietet hinsichtlich der eigentlichen Bedrohung zu wenig Rumms.
Ein paar emotionale Momente retten das Ding vor der Bedeutungslosigkeit.
Knapp
5 von 10



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