Ein wenig weist der austauschbar erscheinende Titel darauf hin, welches biologische Phänomen womöglich als Ausgangspunkt für vorliegenden Horror diente. Autor und Regisseur Paul Etheredge spielt allerdings zu willkürlich und offensichtlich mit gängigen Genrekonventionen, bevor er zum finalen Akt den Vorschlaghammer und etwas mehr hervorholt.
Nach vier Fehlgeburten wollen es die gut situierten Robin und Daniel mit der achtjährigen Adoptivtochter Kathelia probieren. Das stumme, von einem frühen Ereignis traumatisierte Mädchen freundet sich rasch mit dem Nachbarskind Fiona an und teilt mit ihr düstere Geheimnisse. Als Robin erneut schwanger wird, nimmt Kathelias Verhalten beängstigende Züge an…
Jene Adoptiveltern mögen es zwar gut meinen, sind aber derart schlecht vorbereitet und wenig einfühlsam, dass es im ersten Drittel zu einigen Geduldsproben kommt. Man überhäuft ein schwarzes Mädchen mit ausschließlich weißen Puppen, würde ihr am liebsten einen Alternativnamen verpassen, lässt die Werkstatt mit unzähligen Werkzeugen unverschlossen, und, was primär bitter aufstößt, - bemüht sich nicht um eine einfache und simple Kommunikationsbasis für beide Seiten.
Wobei Daniel es zumindest in Ansätzen mit Empathie versucht und im Verlauf deutlich aktiver handelt als Robin, die zusehends um ihr eigenes Wohl bedacht scheint, was sie stets unsympathischer erscheinen lässt. Dass mit dem Mädchen etwas nicht stimmt, offenbart sich recht früh, als frische Lebensmittel im Handumdrehen vergammeln und sich im Swimmingpool undefinierbare Stoffe sammeln, während lediglich Fragmente andeuten, was dem Kind einst widerfahren sein könnte.
Entsprechend steigern sich zwar ominöse Begebenheiten, doch Etheredge lässt sich mit seiner Geschichte etwas zuviel Zeit, bindet wenig nachvollziehbare Handlungsweisen ein und scheut sich auch nicht, Frauenärzte, Kinderpsychologen und Adoptivbehörden in ein wahrlich schlechtes Licht zu rücken, bevor es im letzten Akt so richtig absurd zugeht.
Denn hier kommt es vermehrt zu einigen Einlagen mit Body Horror, die mit weitgehend gut gemachten, praktischen Effekten einhergehen, während zwei Nebenfiguren ordentlich aufdrehen. Gänzlich geklärt werden einige Aspekte zwar nicht, doch der grotesk anmutende Showdown entschädigt definitiv für den teils etwas zu drögen Vorlauf.
Wer also quasi tiefer bohren möchte, sollte ein wenig Geduld mitbringen und sich zukünftig um eine Schutzbrille für prekäre Lebenslagen bemühen. Die tauglichen Performances gehen mit einem passablen Handwerk einher und trotz hinlänglich bekannter, düsterer Vorzeichen fällt die erste Hälfte nicht gänzlich ins Wasser. Was folgt, sind einige, leicht verstörend anmutende Sequenzen, die im Zusammenhang mit manchen nicht komplett geklärten Fragen zumindest noch ein wenig nachhallen.
Knapp
6 von 10