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K-Pop Organ Hunters

Ein Superheld hat Suizid begangen und sechs Organe gespendet (Warum? Egal!). Diese werden relativ wahllos an Personen verteilt, die dem Drehbuchautor und Regisseur Kang Hyoung-chul gerade recht kamen: ein Teenagermädchen, ein Drehbuchautor slash Superheldenspezialist, ein Arschloch, eine schüchterne Joghurtverkäuferin, ein pedantischer Werkschützer und schließlich ein übergeschnappter Sektenführer. 

Durch die neuen Organe haben alle Superkräfte erhalten, manche nützlich (Superkraft-/geschwindigkeit, Technikeinfluss per Fingerschnippen, Heilung), andere fraglich (Superpuste) und eine bis zum Finale noch unentdeckt. Wie die Drehbuchautorfigur im Film schon nach wenigen Minuten metaebnet, will der Bösewicht natürlich alle Superkräfte an sich reißen, womit auch schon die gesamte „Story“ des Films erzählt wäre. 

Die geschlagenen zwei Filmstunden werden dann mit all dem gefüllt, was wir in unzähligen Superheldenfilmen und vor allem -serien schon extrem viel besser, interessanter, witziger und kurzweiliger gesehen haben, ob in MISFITS, EXTRAORDINARY oder THE UMBRELLA ACADEMY. Auf Kangs koreanischem Kindergeburtstag sind anders als in den genannten Serien jedoch nur Karikaturen statt Charaktere unterwegs, die cartoonhaften Kämpfe haben keinerlei Konsequenzen, keine Schwerkraft, keinen Impact. Es ist alles eine beliebige CGI-Show. Die Verfolgungsjagden, die alle sichtbar vor Greenscreen aufgezeichnet wurden, laufen sogar im Zeitraffer ab wie zu seligen „Benny Hill“-Zeiten. Die wenigen Gags, die funktionieren, werden sicherheitshalber gleich mehrmals wiederholt. 

Der Humor des Films ist ungefähr so plakativ wie die Musikauswahl: Zu Ki-dongs fingerschnipsender Elektromanipulation ertönt Snap’s „I’ve got the power“, betritt er mit Sonnenbrille eine Bar, lässt er – was? – natürlich „I wear my sunglasses at night“ laufen. Einzig der Finalkampf zu den Smashing Pumpkins ist mal weniger klischeef´haft. Ansonsten ist aber nichts an diesem Film in irgendeiner Weise neu, interessant oder involvierend. Außer natürlich für 12-Jährige und Fans von K-Pop-Star Park Jin-young, der hier auch zielgruppengerecht mit nacktem Oberkörper posieren darf. Danke, aber ich bin beim koreanischen Kino dann gerne wieder dabei, wenn sie wieder Filme für Erwachsene machen. 

5.5/10

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