Review

Klatscht, flitzt, hat noch Luft! 

„Hi-Five“ war der diesjährige Abschlussfilm des Fantasy Filmfestivals und erzählt von fünf ziemlich normalen Menschen wie du und ich, durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten, die durch Organspenden jeweils an unterschiedliche (teils sehr lustige) Superkräfte kommen - und diese beherrschen lernen und sich vor allem zusammenschließen müssen, um einen mächtigen Superbösewicht zu stoppen…

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Anfangs war mir „Hi-Five“ etwas zu wild und hektisch, zu hässlich und oberflächlich, zu unoriginell und billig. Doch umso länger diese Alltagssuperheldennummer ging, desto mehr sind mir diese Fünf an's Herz gewachsen und desto mehr musste ich auch staunen. Die Effekte bleiben ziemlich augenkrebsig und nicht jeder wird mit dem Tempo und teilweise Blödelei zurechtkommen. Von der platten Hitparade westlicher Pophits ganz zu schweigen (ich mag „Sunglasses At Night“ und Co. allerdings sehr). Für mich kommt „Hi-Five“ im Verlauf seiner (vielleicht etwas zu langen) Laufdauer jedoch immer besser in den Tritt, in den Groove, in sein Wir-Gefühl. Und am Ende artet das Ganze komplett in dragonball'ige Gefilde ab - mit einem gehörigen Augenzwinkern versteht sich. Immer kreativ, immer herzlich, immer exotisch genug für uns Westler. Daher verzeihe ich „Hi-Five“ seinen Stotterstart und seine tollpatschigen Unzulänglichkeiten easy. Und bin am Ende voll drin im Geschehen und mit dem Herzen bei der Sache, bei den Figuren, werde fetzig unterhalten und komme auf meine Kosten! Spätestens die Fluchtsequenz zu „Never Gonna Give You Up“ hat mich überzeugt und sehr laut lachen lassen - selbst wenn sie von Hollywood (James Gunn oder Edgar Wright vielleicht) sicher noch mehr auf den Takt und hübscher anzusehen inszeniert worden wäre. Aber wer weiß, wahrscheinlich machen gerade dieser unperfekte Charme und einige koreanische Kleinigkeiten „Hi-Five“ aus… 

Fazit: rasante bis überdrehte, im Endeffekt aber erstaunlich herzliche Superheldenhatz zwischen hässlichsten Effekten, lustigsten Momenten und echtem Teamgefühl. In etwa wie wenn Bully Herbigs koreanischer Cousin „Dragon Ball“ ohne Rechte mit massig Mainstreamappeal verfilmen würde. Gar nicht übel - findet auch Rick Astley! 

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