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Der LKW-Fahrer Mike McCann will den letzten Willen seines verstorbenen Bruders Gurty (siehe den Vorgänger) erfüllen und dessen Asche auf dem Mount Everest verstreuen. Kurz nach seiner Ankunft in Nepal verhindert Mike zusammen mit seiner Sherpa-Führerin Dhani während der Busfahrt zum besagten Berg den Entführungsversuch am jüngsten Sproß einer Familie, die sich weigert, ihr Land einer örtlichen Gangster-Type für einen geplanten Staudamm-Bau billig zu verkaufen. Klar, dass Mike und die anderen Passagiere nun ebenfalls auf der Abschussliste stehen und von den Bösewichtern den Himalaya rauf und runter gescheucht werden... War "Die Nackte Kanone" ein Schrei nach Hilfe...? Liam Neeson, nach wie vor der Charles Bronson des 21sten Jahrhunderts, hat nun dasselbe Alter erreicht wie eben jener damals in dem bereits ziemlich lahmen "Death Wish V" und auch schon seit Längerem wiederholt den Wunsch geäußert, dem Action-Fach endlich zu entsagen... aber offenbar sind derartige Streifen mit ihm dank nachhallender Hits wie "96 Hours -Taken" und "Non-Stop" wohl immer noch eine Marke und ausreichend rentabel für alle Beteiligten, wenn man den betriebenen Aufwand nur gering genug hält. Tatsächlich kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass selbst der größte Fan ernsthaft nach einer Fortsetzung von "The Ice Road" von 2021 - einem von Neesons miesesten Billo-Actionern überhaupt! -  verlangt hat... beziehungsweise, jenen Streifen überhaupt noch auf dem Schirm gehabt hat, so durch und durch vergessenswert, wie dieser geraten war. "Ice Road: Vengenace" gibt sich dann auch schon von Anfang an jedwede Mühe, den ersten Teil nochmal in jeder Beziehung zu unterbieten: Da gibt es bereits zu Beginn schockierend schrottige F/X, die da anschließend auch mal echt nicht mehr besser werden, dazu noch gänzlich am PC generierte Auto-Stunts und Explosionen, die wirklich absolut scheisse aussehen und über die selbst der Praktikant von The Asylum noch lacht, eine selten schwachsinnige Handlung und einen Star, dem man zu jeder Sekunde ansieht, dass er viel lieber irgendwo anders wäre... und zwar egal wo! Jonathan Hensleigh, der als Regisseur bereits den Vorgänger versemmelt hat, hat seit seinem jämmerlichen 2004er-"Punisher" mal echt nix dazugelernt und macht sich hier inszenatorisch wiederum ganz schön zum Affen, wenn er da tempolos die auffallend undynamischen Action-Einlagen aneinanderreiht und die Chose so über Gebühr auf 'ne beinahe zweistündige Laufzeit aufbläht, was mal MINDESTENS 30 Minuten zuviel sind... aber das ist ja eh wurscht, denn ob so ein Krempel zum schnellen Wegstreamen tatsächlich halbwegs ansehbar oder so wie dieser hier nur derart ultra-langweilig ist, dass einem die Füße einschlafen, juckt ja eh keine alte Sau, gelle? Ach ja, den besonders aufmerksamen Beobachtern und Adleraugen vor der Glotze wird sicherlich nicht entgangen sein, dass selbst der Titel gänzlich bescheuert ist, denn eine "Ice Road" kommt in diesem Sequel nun nicht mehr vor...

3/10

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