Hornclaw ist eine legendäre Auftragskillerin in ihren Sechzigern, die sich darauf spezialisiert hat, den Abschaum der Welt zu beseitigen. Während sie mit den ersten Anzeichen von Demenz kämpft, trifft sie auf den vielversprechenden jungen Killer Bullfight, der an ihrer Seite arbeiten möchte. Ein Ereignis aus der Vergangenheit überschattet allerdings eine Kooperation.
Warum ist der Pressetext so kurz geraten? Ganz einfach, weil ich die letzten beiden Sätze weggelassen habe, denn aus meiner Sicht verraten die viel zu viel im voraus, was sich im Laufe des Films erst langsam ergibt.
Eigentlich bin ich weder der große Fan asiatischer Filme (auch wenn es durchaus 10-15 gibt, die mir richtig gefallen) und schon gar nicht aus dem Genre. Allerdings suggeriert der Trailer auch ein falsches Bild, denn OLD WOMEN WITH A KNIFE ist deutlich mehr als ein plumpes Action-Spektakel.
Alleine die ersten 15 Minuten sind schon sensationell. In dieser kurzen Zeit bekommt man die komplette Lebensgeschichte der Killerin serviert – durch einen wirklich geschickten filmischen Kunstgriff. Da wusste ich schon – der kann nur gut werden.
Auch danach überzeugt der Streifen wirklich in allen Belangen. Kamera, Schnitt und Soundtrack, sind perfekt aufeinander abgestimmt und ergeben in diesem Falle wirklich ein kleines Kunstwerk.
Im Laufe des Films gibt es immer wieder kleine Flashbacks zu sehen, die die Vergangenheit von Hornclaw beleuchten. Diese sind aber so kurz und geschickt inszeniert, dass sie das Tempo eigentlich an keiner Stelle herausnehmen, sondern perfekt in die Szenerie hineinpassen.
Wenn es überhaupt etwas zu meckern gibt, dann dass es am Ende wider ein wenig zu pathetisch zugeht – was mich auch bei TRAIN TO BUSAN sehr gestört hat – wobei es hier bei weitem nicht so ausgeprägt ist.
Die mir natürlich gänzlich unbekannte Darstellerin (Spezialisten hier wie GHOST SHIT oder CON TRAI werden diese wahrscheinlich kennen), liefert eine fulminante Leistung ab und verleiht ihrer Figur eine enorme Tiefe – und das in einem Actionfilm. Aber auch ihr junger Gegenspieler liefert eine glaubwürdige Performance ab
Im Netz meckern einige, dass der Streifen zu lang ist – das kann man so sehen, wenn man aber auch ein bisschen Charakterzeichnung haben möchte (und diese ist hier sehr ausgeprägt) so wie meine Wenigkeit, dann ist der Film in der Laufzeit perfekt. Menschen de einen reinen Actionfilm sehen wollen und keinen Wert darauf legen, die Protagonisten näher zu beleuchten, sind dann wohl eher nicht die Zielgruppe.
Fazit: Erster Anwärter auf ein Remake, spätestens im Laufe der nächsten 2 Jahre. Der verantwortliche Regisseur muss sich allerdings dann mit einem extrem guten Original messen lassen und das ging in der Vergangenheit schon öfters schief.