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Inzwischen gibt es ja zahlreiche Abweichungen vom klassischen Influencer, die oft eher zweifelhafter Natur sind, wie den Manfluencer oder die Momfluencerin. Weitgehend harmlos gibt sich der Flatulenzer, wogegen der Slayfluencer mit niedersten Absichten an den Star geht.

Ein idyllisch gelegenes Landhaus inmitten der Normandie: Alex und ihre vier Bekannten wollen hier ein entspanntes Wochenende verbringen, doch alle fünf setzten zwischenzeitlich auf Live-Streams. Dies führt dazu, dass alsbald ein Stalker mit Maskierung und tödlichen Zielen aufkreuzt…

Der französische Autor und Regisseur Abel Danan liefert mit vorliegendem Slasher seinen ersten abendfüllenden Spielfilm ab und zeigt mal direkt wie man es besser nicht macht: 50 Minuten Vorlauf und danach ein planloses Dezimieren ohne nennenswertes Blutvergießen.

Das Vorspiel beinhaltet auffallend viele Momente angedeuteter Selbstbefriedigung, man spielt auf tief verwurzelte Traumata an und weist auf den vermeintlichen Stress hin, den Social Media Dödel hin und wieder ausgesetzt sind. Die Sympathien halten sich in Grenzen.

Zudem gibt das kleine Anwesen, eher ein luxuriös eingerichtetes Wochenendhaus, herzlich wenig her und die Umgebung wird bis auf einen menschenleeren Strand komplett ausgeklammert. Während also die egomanisch veranlagten Individuen wahlweise mit Make-up Tipps in die Mobiltelefone grinsen und sich der Stalker in seinem technisch ausgestatteten Kämmerlein auf Anstehendes vorbereitet, macht sich gähnende Langeweile breit, zumal der Übeltäter aufgrund der entsprechenden Szenen offenkundig ist.

Als der Maskierte im letzten Akt endlich zur Tat schreitet, geschieht dies entweder aus der Distanz oder mehrheitlich im Off. Entsprechend fließt fast gar kein Blut, etwaige Axthiebe bleiben ohne sichtbares Ergebnis und spannende Konfrontationen sind ebenfalls nicht auszumachen. Ein Slasher ohne erwähnenswerte Gewalteinlagen hat definitiv sein Ziel verfehlt.

Zwar versucht der Score noch mit Erfolg auf der 80er Retro-Welle zu reiten und zwei, drei Mimen performen etwas besser als Durchschnitt, doch in Sachen Suspense oder gar Mitfiebern ist hier wenig bis gar nichts zu holen. Genrefans können sich demnach bedenkenlos an den Originaltitel halten:  Don't Watch!
2,5 von 10 

 

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