Review

Vielleicht müssen wir uns bei Brigitte Nielsen entschuldigen…

Die Filmversion von „Red Sonja“ aus den 80ern mit der großen, blonden Schwedin war mir immer ein Dorn im Auge und etliche Stufen selbst unter dem zweiten (!) „Conan“ von damals. Gute Voraussetzungen also für einen Neustart heutzutage? Eigentlich schon. Nur schafft es MJ Bassett mit ihrem „Red Sonja“ das eh schon niedrige Niveau von einst nochmal zu unterbieten. Und zwar deutlich. Was für mich fast schon verrückt und eine „(Negativ-)Leistung“ für sich ist… „Red Sonja“ (2025) erzählt quasi die Originstory der rothaarigen Kriegerbraut und ihr erstes Abenteuer zwischen größenwahnsinnigen Tyrannen, lahmen Arenakämpfen, Blutbädern und… Veronica Ferres?!

No Dungeons & No Dragons

Das Einzige wofür wir dieser neuen „Red Sonja“ danken können ist leider wirklich, dass die damalige Version nun eventuell nicht mehr ganz so katastrophal dasteht. Ansonsten ist hier tote Hose bzw. eher toter Paillettenbüstenhalter angesagt. Mathilda Lutz bleibt völlig blass und leer. Keine würdige, keine starke, keine attraktive rote Sonja. Dabei mochte ich sie in „Revenge“ sehr gern. Hier geht sie aber baden. Ihre Sidekicks machen's nicht viel besser, die CGI ist mittelmäßig im besten Fall, die Actionchoreos sind aus der Retorte, die Story hätte jede „Xena“-Doppelfolge vor dreißig Jahren schon besser und knackiger hingebogen. Der Score galoppiert im Hintergrund dauernd unpassend nahe Vollgas. Selbst wenn übertrieben gesagt nur einer au'm Scheisshaus sitzt. Völlig daneben und lächerlich. Für echten (Hochglanz-)Trash ist’s insgesamt zu langweilig. Und dass hier schon am Ende auf „Mehr“ geschielt wird ist nach der leblosen Vorstellung über die fast zwei Stunden (!) zuvor purer Hohn. „Red Sonja“ (2025) funktioniert nahezu null und ist viel zu lang, viel zu leer, viel zu blutarm, viel zu zugeknöpft, viel zu zahm. Jegliche Schauwerte und Hoffnungen für 'ne „Red Sonja“ werden nicht unterwandert, sondern schlicht nicht bedient. Und das mit vollem Selbstbewusstsein und sich komplett am Ernstnehmen. Obwohl man kaum etwas kann. Das nennt man dann wohl Größenwahn und Selbstüberschätzung. Da kann der neue „Deathstalker“ nur besser werden, oder?!

Fazit: katastrophal hässliche Neuinterpretation, die viel näher an Uwe Boll und Paul W.S. Anderson liegt als an Milius und Arnie… Dagegen wirkt selbst der alte „Red Sonja“ plötzlich guckbar. Dieses Update ist ein Fehlschlag und eines der artifizielleren Schnarchfeste des Kinojahres!

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