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Die Waldbrände von 2018 im nördlichen Kalifornien bilden den Hintergrund für das von Paul Greengrass inszenierte Katastrophendrama. In diesem evakuiert Schulbusfahrer Kevin (Matthew McConaughey) mit seinem Vehikel Grundschüler aus dem brennenden Ort Paradise und bahnt sich seinen Weg durch das flammende Chaos. Dabei hat Kevin doch schon ganz andere Sorgen. Die Mutter ist krank, der rebellische Teenager-Sohn hasst ihn, das Geld reicht nicht, er hat Stress mit der Ex und im Job, der Hund ist auch irgendwie komisch. Ne Nummer kleiner ging es wohl nicht bei der Etablierung der Hauptfigur. 
Fehlt aus erzählerischer Sicht eigentlich nur noch das obligatorische Alkoholproblem. Das plagt Kevin nicht, dafür wirkt es aber so, als hätte man Kameramann Rokseth hackedicht arbeiten lassen. Das Bild wackelt in einer Tour. Ob Actionsequenz oder Dialog, packt euch schon mal die Akkupressurbänder ans Handgelenk. Die Optik sorgt für Orientierungslosigkeit, was zu den zahlreichen feurigen Passagen passen mag, mir ansonsten aber schnell richtig hart auf die Nerven ging. 

Punkten kann „The Lost Bus“ mit seinen Effekten. Animiertes Feuer sieht nicht selten suboptimal aus, hier ist es die Stärke des Films. Nicht immer, aber oft genug. Es mögen sich auch reale Aufnahmen hier reingemischt haben, in der Inszenierung der Katastrophe liefert Greengrass die entsprechende hitzige Atmosphäre und apokalyptische Bilder. 
Wenn eben der Filmkitsch und die klischeehafte Figurenzeichnung nicht immer wieder reingrätschen würden. Eventuell wäre es in seinen überdimensionierten 130 Minuten ohne die Erzählung um Joe Workingman mit Fokus auf die Einsatzkräfte der überzeugendere Film geworden. 

„Stay calm! We’ll make it through!“

Als Effektschau gelungen werden in nerviger Wackeloptik die üblichen Dramapunkte und Klischees abgeklappert. Prädikat anstrengend. 

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