Brennt lichterloh - obwohl der Funke (auf mich) nie komplett überspringt...
Auf den Spuren feuriger Katastrophenfilmklassiker der 70er, 90er ("Volcano", "Dantes Peak") und auch aus den letzten Jahren (z.B. "Deepwater Horizon") lässt Paul Greengrass für Apple+ einen heroischen (Schul-)Busfahrer durch ein brennendes Höllenszenario der USA brettern, selbstredend basierend auf wahren Ereignissen...
Flammendes Inferno
Mit "Flight 93", "22. Juli" und im Grunde auch "Captain Phillips" hat Greengrass schon definitiv knisternde Katastrophenfilmluft geschnuppert, nun geht er in Flammen auf und apfelig all in. Flirrend, fluchend, fahrend. Mit einem engagierten Superstar, mit viel Pathos, ambitionierter Laufzeit, trotzdem kaum echtem Leerlauf und vor allem sensationellen Feuereffekten. Das macht noch nicht direkt einen "Backdraft", "Only the Brave" oder gar "Speed" aus ihm. Für Katastrophenfilmfans ist das dennoch ein Deluxehappen. Rauchschwaden und Selbstlosigkeit, Busaction und CGI-Effektivität, Starpower und Wahrheitsgehalt. Große Gefühle, hitzige Luft, schnelle Schnitte, viel Panik. Fast nichts ist echt. Und trotzdem ist man voll drin. Ich war das zumindest. Zwei Stunden können sich trotzdem etwas ziehen, hier brennt schon eine Menge Holz vor den Hütten weg. Es wiederholen sich auch gerne mal einige Szenarios. Aber allzu viel vorwerfen kann man Greengrass nicht. Und McConaughey noch viel weniger. Und den aus vollsten Rohren schießenden und zündelnden Effektspezis am allerwenigsten.
Ein Dadfilm
Fazit: Intensiver, hochwertiger und größtenteils packender, dazu tricktechnisch enorm aufwändiger Katastrophenfilm zwischen aktueller Apple-Luxusklasse und geradlinigem 90s-Throwback. Zudem ist McConaughey wie fast immer eine Bank. Der Mann am Steuer, der Immer-einen-Gang-Hochschalter, der Alpha-Kevin, der Busfahrer dem die Schulklassen vertrauen.