Review

Im Jahr der ersten bemannten Mondlandung durch die Amerikaner erschien dieser bis heute scheinbar recht unbekannte Science-Fictioner aus Großbritannien von Robert Parrish („Casino Royale”) mit einer netten Idee, die aber vielleicht ein wenig mehr hätte angereichert werden müssen um einen größeren Wurf zu landen.

Sozusagen als Kontrapunkt zum oben genannten Jahrhundertereignis entdecken in diesem Film die Europäer einen neuen Planeten, der bislang unbeachtet blieb, weil er sich von der Erde aus gesehen immer genau auf der anderen Seite der Sonne befindet. Händeringend versucht man nun genug Geld für die Mission, den Planeten anzusteuern, zusammenzuscheffeln und hier kommen dann doch die Amerikaner mit ins Boot. Nachdem also die politischen und wirtschaftlichen Probleme geregelt sind, sollen sich ein amerikanischer Astronaut und ein europäischer Wissenschaftler auf die Reise begeben…

Über das etwas zu behäbige Erzähltempo können die Spezialtricks hinwegtrösten, die für Ende der 60er Jahre wirklich hervorragend aussehen. Natürlich sieht man bisweilen etwas zu überdeutlich die Miniaturmodelle, doch das ganze ist immer liebevoll in Szene gesetzt und wirkt nie billig. Auch muss man zwar manchmal über die gewollt futuristisch aussehenden Autos oder Inneneinrichtungen der Häuser schmunzeln, aber das ist nunmal der Entstehungszeit geschuldet und natürlich genauso wenig schlimm, wie etwa die offenbar mit vor stolz geschwellter Brust präsentierte ratternde Technik im Intro - bestehend aus Bändern und Lochkarten. Herrlich ;)

Leider muss man aber konstatieren, dass die Spannung viel zu schnell dahin ist. Einerseits verrät eigentlich schon der Originaltitel („Doppelganger“) den Clou, andererseits fällt den Machern nach der Auflösung nach gut einer Stunde einfach keine sonderliche Wendung mehr ein und der Film plätschert leider recht unscheinbar auf sein Ende hin zu. Käme hier noch ein Kniff, ein Aha-Effekt, irgendetwas von Bedeutung, dann hätte der Film das Potential zum absoluten Klassiker unter den Geheimtipps gehabt.

Aber auch so bleibt immer noch ein mehr als passabler, für seine Zeit technisch gut gemachter Science-Fictioner der sich ganz auf seine Grundidee verlässt, es sich damit leider ein bisschen zu einfach macht, aber für Genrefreunde dennoch auf jeden Fall einen Blick wert ist. (6,5/10)

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