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Unterhaltsamer Mainstream-Verfolgungsthriller in der Tradition von „Auf der Flucht“ und „Auf der Jagd“.
Elizabeth 'Libby' Parsons (Ashley Judd) führt an sich ein tolles Leben mit Ehemann Nicholas (Bruce Greenwood) und Sohnemann Matt (Benjamin Weir), hat keine Geldsorgen und kriegt jeden Wunsch wie z.B. einen Segeltörn von den Augen abgelesen. Doch während ihres Segeltrips wacht sie eines Morgens auf, Nicholas ist verschwunden und das Boot ist voll von seinem Blut. Aufgrund der Indizien wird sie wegen Mord an ihm verhaftet. Vielleicht ist der Beginn von der Story her nicht unbedingt neu, Regisseur Bruce Beresford packt ihn aber in sehr schöne Bilder.
Libby kommt in den Knast, gibt ihren Sohn bei ihrer besten Freundin Angela Green (Annabeth Gish) in Pflege und lässt sich hängen. Doch dann verschwinden Angela und Matt nahezu spurlos und nur mit Glück kann sie bei ihnen anrufen – und kommt dabei zu dem Schluss, dass auch noch Nicholas am Leben ist und sie reingelegt hat. Sie fasst neuen Lebensmut und trainiert für den Tag der Rache; schließlich kann sie nicht zweimal für den Mord an ihrem Ehemann verurteilt werden. Mit diesem recht interessanten Storykonstrukt schafft „Doppelmord“ es, aus dem Gewühl von 08/15-Thrillern etwas herauszustechen.

Libby sitzt ihre Strafe ab und meldet sich bei ihrem Bewährungshelfer Travis Lehman (Tommy Lee Jones). Dieser ist hart, erfahren, aber fair. Trotz seiner strengen Aufsicht stellt Libby weiter Nachforschungen an und findet mehr über den Aufenthaltsort ihres Gatten heraus. Schließlich macht sie sich daran Rache zu nehmen und ihren Sohn zurückzuholen, aber Lehman ist ihr auf den Fersen...
Sicherlich ist „Doppelmord“ nicht unbedingt übermäßig innovativ, da der Film stellenweise arg an „Auf der Flucht“ und „Auf der Jagd“ erinnert. Dies liegt vor allem an Tommy Lee Jones, der erneut den Verfolger gibt, welcher im weiteren Verlauf erneut immer mehr die wahren Verbrecher erkennt. Da hilft auch das Spiel mit der Tatsache, dass man nicht zweimal für das gleiche Verbrechen verurteilt werden kann, nur bedingt.
Dennoch birgt der Film durchaus eine sehr solide Spannung und besitzt keine großen Längen. Die Wendungen der Story sind nicht allzu zahlreich, aber dennoch gut erdacht und überzeugend. Das Finale könnte allerdings etwas spektakulärer sein. Ebenfalls sehr schön ist die Inszenierung durch Bruce Beresford, der auch einige tolle Landschaftsaufnahmen unterbringen kann, und den Film auch ansonsten optisch auf gutem Niveau hält. Daher unbedingt in WS 2,35:1 genießen.

Actionfans sollten von „Doppelmord“ nicht allzu viel erwarten, auch wenn es zwischendurch die ein oder andere Actionsequenz gehört. Diese kommen meist aus der Story heraus und bieten entweder Verfolgungsjagden oder verzweifelte Befreiungsaktion Libbys, wobei meist irgendwelche Vehikel zu Bruch gehen. Die vorhandene Action ist dann auch gut inszeniert und nicht selbstzweckhaft, so dass sie zu gefallen weiß.
Die Schauspieler machen ihre Sache allesamt gut, wobei vor allem die Hauptdarsteller Judd und Jones überzeugen, sowohl als Gegenspieler als auch als Einzelleistung. Die Nebendarsteller spielen auch alle auf gehobenem Popcornniveau, so dass kaum ein Grund zur Klage bleibt.

So bleibt ein flotter und schick inszenierter Hollywoodthriller, wenn auch ohne allzu große Innovationen.

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