Review

iHaveCNit: The Fantastic Four: First Steps (2025) – Matt Shakman – Walt Disney

Deutscher Kinostart: 24.07.2025

gesehen am 25.07.2025 in 3D Dolby Atmos

Kinopolis MTZ – Kino 1 – Reihe 8, Platz 8 – 20:00 Uhr

Auf dem Planeten Erde 828 wurde ein Team aus den Wissenschaftlern Reed Richards, Sue Storm, James Storm und Ben Grimm vor ein paar Jahren bei einem Flug ins Weltall kosmischer Strahlung ausgesetzt, die dem Quartett Superkräfte beschert hat. Seitdem genießen die „Fantastic Four“ auf dem ganzen Planeten den Ruf als absolute Superhelden und Superstars. Einige Jahre nach dem folgeschweren Flug ins Weltall erwarten Reed Richards und Sue Storm Nachwuchs. Inmitten dieser Zeit kommt es zu einem kosmischen Zwischenfall, als ein mysteriöses Wesen aus Silber als Abgesandte einer weltenverzehrenden Entität vor der Zerstörung von Erde 828 warnt, sollte man nicht dem Handelsvorschlag der weltenverzehrenden Entität zustimmen.

Normalerweise sollte man sagen, dass alle guten Dinge 3 sind, aber in diesem Fall passt es auch gut, dass alle guten Dinge 4 sind. Was will ich damit sagen ? Eine adäquate Verfilmung des Superquartetts in die Kinos zu bekommen hat ja bereits 3 Anläufe gebraucht – eine trashige Totgeburt aus dem Jahre 1994 ist nie zur richtigen Veröffentlichung gekommen. In den Jahren 2005 und 2007 hat man im Fahrwasser von Sam Raimis Spiderman-Trilogie und den X-Men mit dem Doppelpack von Tim Story mit Ioan Gruffudd, Jessica Alba, Chris Evans, Michael Chiklis und dem leider aktuell verstorbenen Julian McMahon zwei rasante, aber durchaus auch hinter ihren Möglichkeiten gebliebenen Filme veröffentlicht. 2015 hat sich Josh Trank dann mit seinem etwas düsteren Ansatz und Miles Teller, Kate Mara, Michael B. Jordan, Jamie Bell und Toby Kebell in den Hauptrollen mit seinem „Fantastic Four“, der über seine Schreibweise auch gerne mal als „Fant4Stic“ als Totalfiasko bei vor allem einer US-Amerikanischen Fangemeinde sehr unbeliebt gemacht. Ich fand ihn zwar jetzt nicht so schlecht, aber noch lange nicht gut. Nach diesen 3 Anläufen kam es ja noch zu überraschenden Cameos oder auch dem Erfüllen von Fan-Fictions mit entsprechenden What-Ifs im Multiversum des Wahnsinns – aber es brauchte nun den 4. Anlauf im ersten offiziellen, dem MCU-Kanon angehörenden Film über die Fantastic Four - „The Fantastic Four: First Steps“ - um die ersten Schritte in die richtige Richtung einer adäquaten Verfilmung zu gehen. Und es sind nicht nur vorsichtige Schritte, sondern Riesensprünge, wenn ich das sagen darf. Nach „Thunderbolts*“ im Mai haben wir mit „The Fantastic Four: First Steps“ den zweiten richtig guten MCU-Film in Folge bekommen. Rein audiovisuell ist der Film eine Wucht. Sowohl der Score von Michael Giacchino kann sich hören lassen, die gesamte visuelle Ästethik des Films mit seinem retrofuturistischen Look ergibt ein absolut in sich stimmiges Gesamtbild und sieht von Sets, Kostümen bishin zu den Effekten einfach gut aus. Mir ist es egal, was im Vorfeld vielleicht über die Besetzung geschimpft worden ist, weil man vielleicht dem ein oder anderen bereits in Fan-Fictions etablierten Wünschen nicht nachgekommen ist, mir gefällt das Quartett um Pedro Pascal, Vanessa Kirby, Joseph Quinn und Ebon Moss-Bachrach sehr gut und die Chemie zwischen allen hat auch sehr gut gepasst. Es mag zwar sein, dass charakterlich das fantastische Quartett relativ clean wirkt und kaum emotionale Ecken, Kanten, Fallhöhen und Konfliktpotentiale zu bieten hat, aber hier schafft der Film es dennoch aufgrund der Bedrohung im Film und der Gesamtsituation einfach doch das größtmögliche Potential von emotionalen Fallhöhen auszunutzen und mich auch emotional komplett mitzureißen. Die gebotene Action kann sich auch sehen lassen und auch auf Antagonistenseite mag es zwar vor allem bei wenig greifbaren Superbösewichten alles sehr flach wirken – dennoch hat man sich bei der Einbindung des Silver Surfers durch Julia Garners Charakter Shalla-Bal sehr viel Mühe gegeben, dass das im Gesamtkonzept des Films alles sehr greifbar und auch einigermaßen emotional mitreißend und spannend geworden ist. Mit so einem Eintrag ins MCU geht man dann gerne in eine etwas längere Pause, wenn es in knapp einem Jahr mit dem nächsten Film weitergeht und die Zeit der etwas ziellosen, orientierungslosen Phase damit endgültig der Vergangenheit angehört.

„The Fantastic Four: First Steps“ - My First Look – 8/10 Punkte




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