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Satte sieben Jahre benötigte Autor, Regisseur und Produzent Ryan Bellgardt für die Fortsetzung von „Jurassic Games“, was im Rahmen einer Independent Produktion mit viel Eigeninitiative durchaus nicht ungewöhnlich erscheint. Man sieht dem Sci-Fi-Actioner durchaus aus, wo die handwerklichen Wurzeln von Bellgardt liegen.

Die Jurassic Games, eine weltweit ausgestrahlte TV-Show im Virtual Reality Format, befinden sich eigentlich noch in der Testphase. Doch statt zum Tode verurteilte Verbrecher landen die Programmierer im Spiel, welches von einem aggressiven Virus umprogrammiert wurde. Während sich die Teilnehmer gegen Dinosaurier in verschiedenen Spielen behaupten müssen, fechten zwei ehemalige Kontrahenten eine alte Rechnung aus…

KI und die Risiken der ganz großen Manipulation. Hier ist es durchaus hilfreich, den Vorgänger von 2018 gesichtet zu haben, da einige Figuren mit nur vagem Kontext eingeführt werden. Die simple Geschichte ist hingegen ohne Vorwissen problemlos nachzuvollziehen, in der es speziell im ersten Drittel sehr temporeich und actionlastig zugeht.
Da geht es in schwebenden Speedern im Wettlauf gegen diverse Dinosaurier, in einer Art Gladiatorenarena müssen Mitspieler aus Käfigen befreit werden und in einem Labyrinth soll eine Fahne ergattert werden.

Dazwischen können sich die Spieler sogar für eine gewisse Dauer selbst in Dinosaurier verwandeln und es gibt verschiedene Power-ups, die den Eindruck verstärken, sich inmitten einer virtuellen Wettkampfarena zu befinden. Während der Nebenhandlungsstrang in den Fernsehstudios hin und wieder zynisch mit den Mechanismen des effekthascherischen Mediums spielt, sondern einige Individuen mitunter ironische Kommentare ab, von denen es gerne ein paar mehr hätte geben dürfen.

Der Score mit Sequenzer-Beats unterstützt die Atmosphäre der künstlichen Welt, welche bisweilen sehr bewusst mit kleinen digitalen Fehlern ausgestattet ist, - schließlich soll man nicht vergessen, dass es sich um eine Parallelwelt handelt, obgleich die Teilnehmer entsprechende Schmerzen wirklich spüren und Verlierer am Ende einer Stage tatsächlich das Zeitliche segnen. Dennoch sind einige Landschaften stimmungsvoll gestaltet und verschaffen im Kontext schnell ablaufender Spiele eine ordentliche Abwechslung.

Dies steht ein wenig im Kontrast zum letzten Drittel, als es vermehrt darum geht, in die Programmierung und den Kern des Spiels einzudringen. Thematisierungen moralischer Fragen und Entscheidungen gehen im finalen Akt zulasten des Tempos, wobei der obligatorische Endkampf immerhin einigermaßen Spannung generiert.

Letztlich geht das Einsteigen in die digitale Welt merkwürdiger Spiele stets mit einer leicht trashigen Note einher, obgleich jene weitgehend sauber gestaltet ist und die meisten Darsteller mit ordentlichem Einsatz zu Werke gehen. Trotz seichter Medienkritik geht der Streifen nie allzu sehr in die Tiefe, - vielmehr dient er der schlichten Unterhaltung, bei der Genrefreunde trotz einiger Abstriche durchaus mit Kurzweil belohnt werden.
6,5 von 10  

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