Regisseur James Bamford, der seine Filmwurzeln im Großraum Stunts hat, dürfte die tollkühne Vision gehabt haben, schnittige Action zu liefern, die möglichst wenig kosten sollte.
Ergo greift mal wieder das BuBu-Prinzip: Geringes Budget, Drehort Bulgarien.
Ryder (Adam Woodward) erwacht in einer billigen Absteige und kann sich an absolut nichts erinnern. Er findet etwas Bargeld, eine Knarre und Motorradschlüssel und landet über Umwege in der Bar von Shelly (Charlotte Weston) und der sympathischen Kellnerin Morgan (Charlotte Vega), die zugleich als Anwältin tätig ist. Möglicherweise soll die komplette Gegend unter den Hammer des Moguls Samborn (Jon Voight) kommen, wobei ihm der zwielichtige Soach (Marton Csokas) zur Seite stehen soll. Ryder erhält immer mehr Vorahnungen, all dies in ähnlicher Form bereits mehrfach erlebt zu haben…
Der Einstieg legt bereits die Marschrichtung fest, als es in Frankreich anno 1943 eine handfeste Bedrohung durch die Nazis gibt und ein heldenhaft wirkender Typ als Widerstandskämpfer unterwegs ist. Die Szenerie sieht okay aus, die dazugehörigen Kulissen wirken jedoch etwas billig. Wie sich zeigt, stellt dies eine erste von insgesamt drei Stationen einer Zeitleiste dar, welche der Protagonist entweder schon einmal erlebt hat oder es ist eine simple Metapher auf das Hier und Jetzt.
Tatsache ist, dass sich bei diversen Rückblenden immer dieselben Gesichter tummeln, welche jeweils ähnliche Funktionen inne haben. Anbei reist man noch ins alte Rom 180 n. Chr., wo es unweigerlich zu einem Gladiatorenkampf kommt, wogegen man sich im Mittelalter auch mal in einer Spelunke kloppen kann. Die jeweiligen Fights sind sauber choreographiert, es gibt ein paar Zeitlupen und hübsche Schwenks, - das kann der Bamford.
Weniger gelungen sind die Kostüme aus dem Theaterfundus und die Tatsache, dass die jeweiligen Sets nur bedingt authentisch daherkommen. Eine olle Kneipe ist halt leichter zu gestalten als das alte Rom.
Aber auch in der Jetztzeit gibt es ein wenig Action, welche allerdings deutlich zu kurz kommt. Denn obgleich der Braten rasch gerochen ist, versucht man mit Andeutungen und unnötigem Palaver Erklärungen durch die Blume zu liefern, welche im Grunde gar nicht nötig sind, da die Flashbacks bereits für sich sprechen. Und sobald sich paranormale Elemente hinzu gesellen, streift man zuweilen gar Bereiche des Peinlich-naiven. Gleiches gilt für den bisweilen zu dick aufgetragenen Score, welcher ausgerechnet in der unvermeidlichen Liebesszene alles an Pathos in die Wagschale wirft.
Darstellerisch offenbart sich ein zweischneidiges Schwert: Voight schlüpft immerhin in diverse Kostüme und agiert für einen Mittachtziger ganz okay, während Woodward leider das nötige Charisma fehlt, um der Chose die emotionale Tiefe zu vermitteln. Körperlich ist er aber ganz gut drauf. Jene fehlende Ausstrahlung bringt eher Csokas mit, der stets am Rande des Overactings performt und neben den beiden wesentlichen Damen einen positiven Eindruck hinterlässt.
„Schätzchen, ich sehe tote Menschen“ wird einmal ausgesprochen, doch weder an das clevere Teil mit Bruce Willis, noch an die Wucht von „Gladiator“ kommt die etwas krude anmutende Mixtur heran. Während die Action passabel in Szene gesetzt ist, scheitert das Drehbuch das eine oder andere Mal an seinen zu hohen Ambitionen. Unterhaltsam ist das Ding, sonderlich ernst nehmen sollte man es allerdings nicht.
6 von 10