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Mit Blick auf das beinahe benachbarte Indonesien hatte Regisseur Kulp Kaljareuk womöglich eine Art „The Raid“ (2011) im Sinn. Doch der thailändische Zombie-Horror-Actioner drückt leider nicht so kreativ auf die Tube wie erhofft.

In einer nicht allzu fernen Zukunft hat sich Thailand von der Außenwelt abgeschirmt. Der ehemalige Kämpfer Singh boxt sich sprichwörtlich durchs Leben, während seine Frau Rin im hiesigen Krankenhaus als Ärztin tätig ist. Sie bekommt fast hautnah mit, wie die Patienten nach und nach zu blutrünstigen Bestien mutieren, während das Militär das Gebäude abschirmt und einen Sprengsatz anbringt. Für Singh bleibt wahrlich nicht viel Zeit…

Regisseur Kaljareuk lässt sich diese zwischendurch jedoch. Zwar kommt es bereits nach fünf Minuten zum ersten Fight gegen Plünderer, doch es offenbart sich, dass an der Inszenierung der Action einiges zu verbessern ist: Zu viele Perspektiven, zu viele Schnitte und schon wird es ein wenig unübersichtlich.

Im Hospital, dem Hauptschauplatz, wird es dann deutlich besser. In vergleichsweise engen Räumen wirkt die Inszenierung wesentlich fokussierter, was sich später in einem Parkdeck oder gar innerhalb eines Autos offenbart. Leider ist Muay-Thai nicht unbedingt der Kampfsportstil mit Eleganz und Akrobatik, doch ab und an schlägt sich Singh recht brachial durch und benutzt einen Feuerlöscher eben für das, was Zombieköpfen zum Nachteil gereichen sollte.

Einen Buddy erhält er zwischendurch auch an die Hand, - der Junge heißt tatsächlich so, nervt aber kaum. Der Minderjährige dürfte zwar vom Dreh mit relativ viel Blut und teils recht versiertem Make-up einen kleinen Dachschaden davontragen, ist aber durch diese Erfahrung vielleicht bereits für den Ernstfall gewappnet.
Jener performt, wie nahezu alle Mimen zweckdienlich, wobei die Figuren auch nicht allzu viel hergeben.

Denn die Charakterzeichnungen bilden ein auffälliges Manko des Treibens. Singh ist halt ein Kämpfer der nicht aufgibt, während Rin die bedachte Ärztin ist. Warum die überhaupt ein Paar sind, erschließt sich genauso wenig wie der teils fragwürdige Einsatz der Musik, der, anstatt anzutreiben auf Billig-Pop setzt und bei den ohnehin schon melodramatischen Peinlichkeiten noch mehr daneben greift.

Anflüge von Humor sind immerhin vorhanden, spätere Mutationen zeugen durchaus von kreativer Gestaltung und obgleich es nicht gnadenlos splattert, kommt es insgesamt zu einer gesunden Härte gegenüber recht flinken Infizierten. Mit einem besseren Gespür für Suspense wäre vermutlich mehr drin gewesen, doch auch wenn der Streifen rasch wieder vergessen sein dürfte, könnten Genrefans mal einen Blick riskieren.
6,5 von 10



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