Der Scharfschütze oder auch Sniper sorgt bei einer Auseinandersetzung mit Waffen für den oftmals unerwarteten Überraschungsmoment. Bei vorliegendem Buddy-Cop-Movie ist er hingegen die Triebfeder.
Beide wurden sie von ihrer jeweiligen Organisation infiltriert, um die Drahtzieher einer mexikanischen Drogenmafia dingfest zu machen: DEA-Agent Abbott (Mason Gooding) und FBI-Agent Griff (Dylan Sprouse) ahnten allerdings nichts von ihrem jeweiligen Undercover Einsatz und müssen sich nun, nach einem verpatzen Deal in einer Wüstensenke gegen einen unsichtbaren Gegner behaupten…
Die üblichen Vibes eines Buddy-Gespanns schimmern recht früh durch, da das Duo bereits während einer gemeinsamen Fahrt über die Grenze begleitet wird, bevor es beim Aufeinandertreffen mit den Gangstern zum kleinen Massaker kommt. Regisseur Steven C. Miller setzt dabei sehr selbstbewusst auf mehrere Zeitlupen und zelebriert regelrecht das Eindringen eines Projektils von einer Wange zur anderen, wobei die dazugehörigen Computereffekte es mit der Ballistik nicht ganz so genau nehmen.
Dennoch fließt hin und wieder ordentlich Blut, was nicht selten von schwarzhumoriger Situationskomik innerhalb eines Überlebenskampfes begleitet wird. Immerhin vermitteln einige zynische Kommentare eine gewisse Leichtigkeit, anderweitig zanken sich die Protagonisten wie ein altes Ehepaar, ähnlich Mel Gibson und Danny Glover in der Reihe „Lethal Weapon“.
Dies ist innerhalb des überschaubaren Sujets auch notwendig, denn zuweilen geht es nur um das reine Ausharren. Bei alledem ist die Kamera nahezu ständig in Bewegung, gefühlte Verschnaufpausen oder gar Durchhänger gibt es nicht.
Entsprechend lebt die Handlung weitgehend von der Chemie der Akteure, welche gut gelaunt ihren Teil dazu beitragen und auch der Score sorgt für zweckdienlichen Drive. Handlungstechnisch tun sich indes einige Defizite auf, denn abgesehen von einigen erahnbaren Wendungen scheint der professionelle Sniper zwar aus 200 Metern Entfernung sehr genau zu treffen, doch bei deutlich günstigeren Gelegenheiten verfehlt er sein Ziel gleich um einige Meter. Auch Fahrzeuge folgen nach deftigem Aufprall nicht immer den rein physikalischen Gesetzen.
Dennoch bereiten die rund 90 Minuten Laune aufgrund der gradlinigen und schnörkellosen Auseinandersetzung auf überschaubarem Raum. Der reine Unterhaltungswert liegt bei alledem natürlich deutlich höher als irgendein Anspruch auf Tiefgang oder storytechnische Twists.
6,5 von 10