Review

Junge Filmemacher stecken zuweilen voller Ideen, die manchmal nur schwer unter einen Hut zu bringen sind. Der Niederländer Gonzalo Fernandez Carmona widmet sich in seinem Buddy-Cop-Film gleichermaßen lustigen Ansätzen und spricht beinahe in einem Atemzug ernste Probleme an, wodurch erst gar nicht die notwendige Unbeschwertheit zum Zug kommt.

Hilfspolizist Ramon (Jandino Asporaat) ist eine Frohnatur und viel zu gutmütig, um den Aufgaben seines Alltags gerecht zu werden. Jack (Werner Kolf) arbeitet ebenfalls als Polizist in Rotterdam, jedoch beim Drogendezernat. Als Kevin, der Halbbruder von Ramon beim gemeinsamen Einsatz mit Jack erschossen wird, findet der sich kurz darauf ebenfalls als Hilfspolizist wieder, - an der Seite von Ramon…

Das Spiel mit dem guten Cop und dem bösen Pendant kennt man natürlich aus nicht mehr zählbaren Hollywoodstreifen, von denen auch einige namentlich erwähnt werden.
Immerhin bildet das Duo eine sympathische Chemie, doch potenziell interessante Nebenfiguren werden leider sträflich vernachlässigt.

Nicht nur der vage Inhalt lässt vermuten, dass auch einige heiße Eisen angesprochen werden, wenn es um Tod, Trauerbewältigung und die Behandlung von straffälligen Minderjährigen geht. Bandenkriege kennen überdies keine Gewinner und so kann sich der Stoff nie so frei spielen, um eine entsprechende Lockerheit zu generieren und die durchaus humorvollen Ansätze voll zur Geltung zu bringen.

Dabei gibt es sogar die eine oder andere gelungen inszenierte Actioneinlage, als sich etwa ein Kartwagen durch zwei sich kreuzende LKWs hindurch zu manövrieren versucht oder anbei mal eine Handgranate losgeht. Doch so richtig kann sich der Lokalkolorit nicht entfalten, obgleich ein Sturz im Seehafen ebenfalls okay eingefangen wird. Immerhin halten sich harte Gewalteinlagen zurück, denn sonst hätte es noch mehr kaum miteinander vereinbare Kontraste gegeben.

Darstellerisch ist zumindest nichts auszusetzen und obgleich der Verlauf der Geschichte bis zur nahezu letzten Schlüsselfigur erahnbar ist, bleibt man aufgrund des flotten Erzähltempos am Ball.
Oftmals taugen Prämissen ja nur für einen Kurzfilm, hier wäre eine kurze Serie womöglich die bessere Wahl der vielen Unterthemen gewesen.
5,5 von 10 

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