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Manchmal hilft es genauer hinzusehen, denn vorliegendes Werk ist nicht etwa eine Fortsetzung eines Living-Dead-Vehikels. Vielmehr handelt es sich um einen Musikfilm für Jugendliche, was bereits 2018 mit „Zombies – Das Musical“ seinen Lauf nahm.
Es kommt viel zusammen, was Disney in den vergangenen Jahren nicht so gut hinbekam.

Die verfeindeten Clans der Daywalker und Vampire sind beide vom Erhalt der Blutfrucht abhängig. Zombie Zed (Milo Manheim) und Alien Addison (Meg Donnelly) geraten über Umwege in diese Fehde. In einem gemeinsamen Camp versuchen sie die jeweiligen Anführer Victor (Malachi Barton) und Nova (Freya Skye) zur Zusammenarbeit zu motivieren…

Blut und Gedärme? Flötepiepen bei Disney. Alles hübsch familientauglich verpackt und mit zeitgenössischem Singsang und einer Menge gestriegelter Hupfdohlen ausgestattet.
Immerhin gibt es eine einminütige, animierte Sequenz zur Vorgeschichte, damit auch Quereinsteiger eine Übersicht vom Monsterkosmos erhalten.

Die Botschaften liegen bei alledem klar auf der Hand und appellieren an Zusammenhalt, der Überbrückung von Vorurteilen und Feindschaften und natürlich: Liebe überwindet alle Hindernisse, denn es braucht nicht lange zu erraten, wer hier womöglich als Paar auserkoren sein könnte. 

Obgleich in Auckland, Neuseeland gedreht wurde, wird diese atemberaubende Landschaft viel zu selten genutzt, da deutlich zuviel Zeit im austauschbaren Camp verbracht wird, wo alle Nase lang Songs mit Choreographie im Fokus stehen. Die vier Hauptakteure singen tatsächlich solide, wobei die erst vierzehnjährige Freya Skye in ihrem Debüt positiv hervorzuheben ist. Schließlich bilden Tanz und Gesang eine ständige Kombination, nur darstellerisch ist bei sämtlichen Beteiligten Luft nach oben, zumal sich unter der Mimen kein wirklich großer Name findet.

Entsprechend spielen sich die jungen Menschen die Leuchtbälle oder wahlweise Dampfwolken zu, Streits und Konflikte lösen sich stets in Wohlgefallen auf und folgerichtig geht es zu keiner Zeit spannend oder gar dramatisch zu. Die Effekte schwanken zwischen passabel, zweckdienlich und grottig, gleiches gilt für die Wegwerflieder, von denen keines im Ohr hängen bleibt. Für den reinen Score gilt dasselbe.

Einmal mehr geht es bei Disney nicht allzu magisch zu, der Stoff geht zu keiner Zeit in die Tiefe und allenfalls die klaren Botschaften mag man sich zu Herzen nehmen.
Insgesamt mangelt es an kreativen Einfällen und wenn eine Fahrt in einem Käfer bereits das humorige Highlight markiert, ist nachfolgend allenfalls ein müdes Schmunzeln drin.
Fürs junge Publikum nicht ganz verkehrt, aber letztlich bis in die letzte Pore austauschbar.
4 von 10 

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