Die größte Zeit der Kriminalfilme waren, ohne Frage, die 60er und 70er-Jahre. Damals als Joachim Fuchsberger, vorzüglich in Edgar Wallace-Streifen, auf Mörderjagd ging, war Spannung und Nervenkitzel bis zum Schluss meist garantiert. Auch "Teppich des Grauens" ist einer dieser Kriminalfilme, wenn auch kein Edgar Wallace. Schade nur das es dieser Film leider nicht schafft ein durchgehend hohes Spannungsniveau zu halten.
Die Story selbst ist gut und typisch für die Krimis von damals. Es gibt einige mysteriöse Morde, Verschwörungen, clevere Verbrecher und noch cleverere Polizisten. Alles schön so, wie man es sich eigentlich wünscht.
Dabei sind es vor allem der Anfang und das Ende des Streifens was die besten Szenen des Films ausmachen. Die Einführung in die Handlung ist wirklich auf beste E.W.-Manier gemacht worden und verspricht einen spannenden Krimi. Leider verliert sich der Streifen aber sehr schnell in Längen. Langezeit will die Sache nicht vorankommen. Viele bedeutungslose Dialoge und Handlungen verringern einem den Spaß am Zusehen. Zwar gibt es ab und an schon mal ein paar Schlüsselszenen, doch so richtig spannend ist das Ganze trotzdem nicht. Nur die Frage wer der Chef der hier vorhandenen Verbrecherbande ist, läßt einen am Ball bleiben.
Die Auflösung des Ganzen ist, zusammen mit den Showdown, dafür aber wieder recht gut geworden, so dass man dann doch froh ist, nicht eingeschlafen zu sein. Auf den Täter hätte man zwar irgendwie kommen können, doch ich muss zugeben, dass ich es nicht bin. Und das spricht dann vielleicht doch dafür, dass man es gut geschafft hat, die Identität des Täters zu verschlüsseln.
Inszenierungsmäßig ist alles auf gutem, typischen 60er-Jahre Niveau gehalten worden. Die Kulissen sind stimmig, Kamera-, Make Up und Kostümarbeit auf gutem Niveau. Zudem kann der stimmige Soundtrack wieder einmal für Atmosphäre sorgen.
Und auch die Darsteller können gefallen. Joachim Fuchsberger protzt wieder einmal elegant als schnippische Spürnase und auch alle anderen Darsteller, die man alle irgendwo schon mal gesehen hat, machen ihre Sache gut.
Fazit: Klassischer 60er-Jahre-Kriminalfilm mit guter Grundgeschichte, gelungener Inszenierung und tollen Darstellern. Leider aber ist der Streifen, durch viele heftige Längen im Mittelteil, doch sehr spannungsarm und langatmig ausgefallen, so dass er kaum einen Stich gegen die vielen Klassiker aus der Edgar Wallace-Reihe setzen kann. Schade!
Wertung: 6/10