Im Jahre 1991 brachte Walt Disney Pictures mit "Die Schöne und das Biest" einen der besten und erfolgreichsten Filme aller Zeiten auf die Leinwand, der bis heute der einzige Zeichentrickfilm ist (und wohl für immer bleibt), der in der Königskategorie "Bester Film" für den Oscar nominiert war. Einige Jahre darauf erhielt der Streifen mit "Weihnachtszauber" sein Sequel, welches es schaffte, im Gegensatz zu den meisten anderen Disney-Sequels, unglaublich nah an die Qualität der Vorlage zu gelangen und einer der schönsten Weihnachtsfilme überhaupt wurde. Nun muss die ewig funktionierende Geldmaschine natürlich weiterlaufen und so entstand kurz darauf noch ein dritter Film um die schöne Belle und dem Biest. Doch dieses Mal funktioniert es nur mit einem herben Qualitätsverlust!
"Belles wunderbare Welt" ist eine Mischung aus 3 unterschiedlichen Episoden aus der Zeit, als das Biest noch ein Biest war und Belle noch im Schloss, zusammen mit den verzauberten Dienern des Biestes leben musste. Zum einen gibt es die Geschichte über ein Missverständnis zwischen Belle und Biest, dann ein Eifersuchtsdrama zwischen Kerzenständer Lumiere und seinem angebeteten Putzwuschel Fify und zum Schluss die Episode über einen kleinen Vogel, der sich den Flügel gebrochen hat und welches vom Biest verachtet wird. Unterbrochen mit zwei typischen Disney-Songs sind es eigentlich absolut typische Geschichten, so wie man sie bei Disney erwartet.
Trotzdem funktioniert hier das Ganze nur bedingt. Zum einen sind die Geschichten leider allesamt wirklich etwas arg dünn geraten, so dass in den Storys kaum etwas Neues oder Innovatives zu finden gibt. Zwar gibt es ein paar neue Figuren, wie z. Bsp. das sprechende Wörterbuch Dudikus, aber insgesamt ist es doch alles etwas zu wenig, um genauso begeistern zu können wie die Vorgänger. Alles wirkt so als hätte man es schon einmal gesehen. Zudem agieren auch Belle und all die anderen schon bekannten Figuren genau so, wie man es schon aus den Vorgängern kennt und irgendwie bieten alle Episoden, trotz der unterschiedlichen Geschichten, kaum Abwechslung, so dass man sich doch schon einmal leicht gelangweilt fühlen kann.
Dazu kommt auch noch die Tatsache, dass die Animationen allesamt etwas arg steif wirken. Hintergrundbelebung gibt es kaum und auch bei den Figuren selbst wurde sich weit weniger Mühe gegeben als beim Original oder auch beim "Weihnachtszauber". Zwar sieht das Ganze immer noch besser aus als bei manch anderer Fortsetzung (man denke nur an die Animationen von "Atlantis: Milos Rückkehr") aber es gibt halt doch vieles von Disney was wesentlich besser wirkt.
Na ja, trotz all der Kritik muss man aber fairerweise sagen, dass dem Hauptzielpublikum, nämlich den Kiddies von ungefähr 3 - 13 Jahren, diese Kritikpunkte kaum auffallen werden. Sie sehen hier ihre liebgewonnenen Charaktere wieder und erleben drei Geschichten voller Liebe, netten Abenteuern und lustigen Szenen (Standuhr "von Unruh" ist auch hier immer für einen Lacher gut). Für knapp 70 Minuten kann man seine Kinder ruhig der Glotze überlassen, ohne sich größere Sorgen machen zu müssen.
Ebenfalls positiv zu erwähnen ist zudem noch die Synchronisation, die ebenfalls wieder vollauf gelungen ist. Bis auf "Von Unruh" haben alle Figuren wieder ihre gleiche Stimmen erhalten. Neue Figuren wurden passend besetzt. Das Disney ein Haus ist, dem perfekte Synchronisation, auch bei kleineren Titeln, sehr wichtig ist, merkt man hier wieder einmal deutlich. Das gibt einen dicken Pluspunkt obendrauf.
Fazit: Alles in allem ein ganz netter dritter Teil der Geschichte um "Die Schöne und das Biest", der allerdings leider nur noch wenig Innovatives zu bieten hat und auch durch eher dröge Animationen enttäuscht. Kinder werden diese Tatsachen allerdings kaum stören und für sie wird auch dieser Disney-Ausflug wieder eine schöne Abwechslung zum Alltag darstellen. Und für Kinder kann man da schon mal eine Auge zudrücken, zuweil die Synchro dann doch Einiges wieder rausreisen kann. Dennoch muss man Disney ermahnen: "Du kannst es besser"!
Wertung: 6/10