Im Zentrum dieses taiwanesischen Monsterfilms steht die freundschaftliche Beziehung zwischen einem Mädchen und ihrer „Mosler“ genannten Schlange, die wegen unglücklicher Umstände unaufhörlich wächst, bis sie schließlich im Kaiju-Format Spielzeugstädte bedroht.
Die Freundschaft zu ihrem Haustier wird anfänglich nur von den Eltern missbilligt. Als die Schlange jedoch mit einem Wachstumsmittel in Kontakt kommt, suchen sowohl Terroristen als auch militärische Wissenschaftler nach der mutierenden Schlange.
Der Film trieft nur so vor Kitsch, wenn das Mädchen mit der an Schnüren hängenden Pappmaché-Schlange Ball spielt oder auf Rollerskiern unterwegs ist. Tonal pendelt der Film zwischen kindlicher Heiterkeit, blutigen Shootouts, Monsteraction und übertrieben schwülstigen Dramaelementen.
Die Schlange durchläuft im Wesentlichen drei Wachstumsstadien: Normalgröße, Anakonda-Größe und Godzilla-Größe. Weil kein Geld für Animatronics zur Verfügung stand, hat die Schlange keinen Ausdruck und wirkt wegen marionettenhafter Bewegungen leblos. Wenn das Kind überemotional mit dem billigen Schlangennachbau „acted“ und permanent dessen Namen ruft: „Mosler!!!“ dann ist das campy.
Dennoch punktet der Film mit seiner niedlichen Monsteraction, wenn im letzten Filmdrittel endlich die Miniaturstadt angegriffen wird. Ein Spektakel à la Godzilla – Der Urgigant (1989) darf man budgetbedingt nicht erwarten, es macht aber dennoch Laune.
Bei der Musik bedient man sich beispielsweise am genialen Terminator (1984) OST, aber auch Ennio Morricones Spiel mir das Lied vom Tod (1968) macht sich gut mit der Gummischlange.
Das Tier ist übrigens herzensgut, doch es lebt in einer feindseligen Welt, die keinen Platz für das Andersartige lässt. Wie in King Kong (1933) stellt sich die existenzielle Frage: Wer sind hier eigentlich die wahren Monster? Inmitten dieses grausamen Konflikts steht ein unschuldiges Kind, das zwischen den Fronten zerrieben wird, desillusioniert und für immer traumatisiert.
Auch Godfrey Ho hat das dramatische Potenzial dieser herzzerreißenden Geschichte erkannt, Szenen mit dem allseits geliebten Cut & Paste Actionhero Pierre Kirby dazwischen geschnitten, einen neuen Soundtrack und eine neue Synchro angefertigt und das Trash-Epos unter Terror Serpent (1988) herausgebracht.
Im direkten Vergleich ist King of Snake (1984) der bessere, weil sein Thema ernst nehmende Film, aber Terror Serpent (1988) bietet mehr Action, Pierre Kirby, eine lächerliche Synchro, einen ebenfalls guten, zusammengeklauten Soundtrack und daher den deutlich größeren Trash-Faktor. Egal wie man sich entscheidet, man liegt so oder so richtig ;-)