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Im Film „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ von 1980 spielte Leslie Nielsen nur eine Nebenrolle. Regie führte das legendäre Regietrio Zucker, Abrahams, Zucker. Erst acht Jahre später gelang der Combo der endgültige Durchbruch mit „Die nackte Kanone“, was Nielsen späten Weltruhm einbrachte und dessen Fußstapfen als Lt. Frank Drebin riesengroß sind.

Frank Drebin Jr. (Liam Neeson) arbeitet wie einst sein Vater bei der Spezialeinheit und konnte soeben einen Bankraub mit unkonventionellen Maßnahmen beenden. Als sich Beth (Pamela Anderson), die Schwester eines soeben Ermordeten an Drebin wendet, führen ihn Ermittlungen zu High-Tech-Mogul Cane (Danny Huston), der just an Silvester Schlimmes plant…

Regisseur Akiva Schaffer schwankt mit seinem Neuaufguss zwischen Fortsetzung und Hommage, was vor allem zu Beginn zur Geltung kommt, als man den Vätern der Spezialeinheit gedenkt. Vom groben Ablauf ist die Chose eine Kopie des Originals, wobei die dünne Story ohnehin nur als vager Grundstein dient, um eine möglichst hohe Gagdichte zu erzeugen.

Einige Running Gags wie der mit dem gereichten Kaffeebecher nutzen sich mit der Zeit zwar deutlich ab und nicht immer treffen die Off-Kommentare von Drebin ins Schwarze, doch das weitgehend immens flotte Tempo sorgt immerhin für eine lockere Grundstimmung.
Auch die Mischung aus Nostalgie und Moderne wirkt bisweilen erfrischend, wenn Drebin einerseits mit einem muckigen Elektroauto unterwegs ist und andererseits doch die düstere Spelunke aufsuchen muss, um zumindest den Barkeeper zum Auspacken zu bewegen.

Allerdings ist die Gagdichte beileibe nicht so hoch wie beim Original von 1988, versteckte Gimmicks im Hintergrund finden sich eher selten und mit manchen Nebenfiguren wie Ed Jr. ist kaum ein tauglicher Schlagabtausch auszumachen. Zudem sind nachhaltige Brüller (Wärmebildkamera, Frontscheibentausch, Wundbehandlung) eher eine Rarität, während Cameos wie die von Dave Bautista erschreckend unpointiert bleiben.

Ein weiteres kleines Manko ist Hauptdarsteller Neeson, dem die unbekümmerte Leichtigkeit eines Nielsen schlicht fehlt. Zweifelsohne performt er mit viel Präsenz, doch mitunter wirkt er zu verbissen, zu angestrengt, wogegen Anderson spätestens mit einer mutigen Performance hinterm Mikrofon positiv überrascht. Auch Kevin Durand sticht als Helfer des Fieslings positiv heraus, was sich in einer gelungenen Sequenz mit Mehrfachwendung offenbart.

Generell punktet die knackige Laufzeit von knapp 86 Minuten, überdrehte Action, Slapstick und absurde Situationskomik wechseln sich im Eiltempo ab und obgleich das Timing zuweilen hakt und diverse Seitenhiebe ein wenig mutlos anmuten, kann man mit der Komödie eine angenehme Zeit verbringen. Gegenüber dem Gagfeuerwerk des Originals zieht man hier allerdings den deutlich kürzeren.
6 von 10


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