Neuauflagen von Klassikern – immer ein Risiko. Und wenn eine Person untrennbar mit einer Rolle verknüpft ist – umso schlimmer. Im Falle der „The Naked Gun“-Filme mit Leslie Nielsen kommt noch das kreative ZAZ-Team dahinter hinzu und schon bewegt man sich quasi im Raum einer Unmöglichkeit. Ein sehr subjektives Themenfeld, doch mein Humorverständnis hat insbesondere Frank Drebins erster Auftritt anno dazumal nicht unwesentlich geprägt. Man versucht sich nun also an einer Neuinterpretation und quasi-Fortsetzung mit neuem Personal vor und hinter der Kamera. Geglückt ist das immerhin in Teilen.
Dass der Humor sich verändert hat ist klar, somit bekommt man hier auch nicht nur im Rahmen der zu vernachlässigenden Geschichte modernere Bezüge, sondern eben auch teils eine andere Art und Ausführung von Witz. Da ist manches überzogener, was im Rahmen der Filmreihe befremdlich wirken mag. Trotzdem bedient sich auch das 2025er-Update an manch bekanntem Muster. Was die Trefferquote angeht, so hält die Neuauflage zuerst noch gut mit, dies aber nicht durch. Nach schon zwanzig Minuten verringert die von Akiva Schaffer inszenierte Komödie die Dichte spürbar und auf dem Niveau verbleibt das Ganze dann auch bis zum Ende. Ausreißer (Stichwort Schneehütte) gibt es dennoch. Insgesamt bietet „The Naked Gun“ schon einige Lacher, nur für mich eben nicht in der gewohnten Quantität. Vermutlich bin ich da insbesondere durch die ersten beiden klassischen Teile einfach auch was anderes gewohnt.
Auch in der Darstellung. Liam Neeson ist nicht die schlechteste Wahl (nicht nur wegen der Initialen), den notwendigen Ernst bringt er wie Nielsen hier ein, jedoch geht ihm dessen knuffiger Charme ab. Das Vorbild bleibt somit unerreicht, Neeson liefert aber eine passende Interpretation der Rolle, die sich auch aus seiner eigenen Filmographie speist. Dem Rest ergeht es ähnlich, wenn Paul Walter Hauser, Pamela Anderson oder Danny Huston immerhin okay in ihren Rollen agieren. Es wirkt immer wieder mal, als würden sie von Skript hängen gelassen. Gleichsam ist es aber auch das Timing des aufspielenden Ensembles, welches den Witz nicht immer in Schwung bringt. Man bekommt (mit ein paar Ausreißern in billige Gefilde) die übliche Mischung aus Dialogen, Slapstick und Albernheiten im Hintergrund.
Und ist dies auch nicht die wichtigste Komponente bei einer Komödie, so wirkt diese hier visuell eher günstig. Wo das angebliche Budget von 42 Millionen Dollar gelandet ist, kann man zumindest nicht direkt sehen.
„You can't fight city hall.“
Als Neuauflage aus einer und für eine andere Zeit ist „The Naked Gun“ in dieser Form eine solide Komödie Schrägstrich Parodie. Und da man damit derzeit eh nicht gerade verwöhnt wird, nimmt man das vielleicht etwas dankbarer an. Vergleiche mögen unfair sein, aber an die ersten beiden Filme mit Leslie Nielsen kommt das hier nicht ansatzweise ran, sowohl Skript als auch Personal gehen da nach einem gelungenen ersten Viertel die Puste aus. Dennoch: kann man mal machen, kann man mal lachen.