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kurz angerissen

Noah Baumbachs verspieltes Verhältnis zum Kino macht sich nicht nur durch das Meta-Verhältnis zwischen Leben und Film bemerkbar, mit deren Klammer „Jay Kelly“ eröffnet und schließt, sondern vor allem durch die kreativen Wege, mit denen er sein Road Movie vorantreibt, ohne sich auf etablierte Konventionen zu verlassen. Örtliche Distanzen vereinen sich ganz ohne Splitscreen in der gleichen Einstellung, die objektive Kamera tauscht mit der subjektiven im fliegenden Wechsel die Plätze und keine Episode wirkt wie die nächste, weil jede von anderen Nebenfiguren geprägt wird. Adam Sandler, der seinen eigenen „Jay Kelly“ bereits mit „Sandy Wexler“ abgeliefert hat, sowie ein Stück Käsekuchen sind die einzigen permanenten Begleiter in diesem Wandel der Episoden, die mit blühender Fantasie auf die Leinwand gebracht werden.

Der Doppelbödigkeit zum Trotz, ungeachtet all der extravaganten Spielereien, ist diese fiktive Autobiografie letztlich eine durch und durch konservative, gewollt bittersüße, streckenweise regelrecht kitschige Angelegenheit. Baumbach hat ein zentrales Problem. Es liegt ausgerechnet im Kernstück seines Films. Es ist der für den normalen Betrachter weitgehend uninteressante Tauchgang in die Lebenskrise eines unnahbaren Filmstars: Jay Kelly.

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