Hollywood macht gern Filme über Hollywood. Nachvollziehbar, eine große Show kann sich nur gern selbst Hochleben und wenn notwendig Bemitleiden lassen, die Maske aufbehalten, eventuell nach Notwendigkeit verändern. So ein Werk muss natürlich ein entsprechendes Synonym für die Traumschmiede personifizieren. George Clooney, schon mal eine passende Wahl und Anstoß für einen Vergleich zwischen Original und Abbild. Elegant, makellos, anziehend, ewig lächeln, inszeniert, aalglatt, elitär, undurchschaubar, unerreichbar. Zweifelsfrei ist er und sein Herum stilgerecht wunderbar gefilmt, aber warum man sich einen solchen Film anschauen sollte, kann ich allerdings ad hoc nicht benennen. Um Mitleid zu empfinden für all die armen Problemchen-belasteten Darstellern, Produzenten, Beratern, Assistenten und die restlichen Millionäre? Bestimmt. Viele sagen wegen Adam Sandler und auch das passt ins Bild. Wenn jener mal keinen Idioten mimt, sondern einfach nur Standardprogramm spielt, muss es gleich die große Oscar-Schlagzeile geben. Trotzdem hat "Jay Kelly" einige schöne Ideen und Momente, wenn auch leider zu oft verwässert durch lahme Standards. Projizieren wir die Rolle (die für Clooney vielleicht keine ist) einfach auf das normale Leben, dann findet sich doch ein bewegender Kern. Nicht Erreichtes verfolgen, Erreichtes vernachlässigen, Herr sein und doch nur Diener, von heute auf morgen alt und vermeintlich nutzlos, eine Sammlung von Marotten, irgendwann weit entfernt vom Puls des Lebens, aus der Mode. Was am Ende bleibt, ist nichts, nichts als ein Elend. Da geht es den Leuten wie dem Menschen und so bekommt uns dieses alte Hollywood doch mit seinen billigen kleinen Tricks. Apropos Hollywood, was hat es jenes nur immer mit Europa, reist der Held doch hier herum, statt durch Texas oder Alabama. Es ist recht einfach zu durchschauen, dass Künstler-Amerika liebt Europa aus so vielen Gründen und das eher konservative hasst es aus Selbigen. Es geht um Identität und Geschichte, kein altes Hollywood ohne deutsche Emigranten, kein New Hollywood ohne französische Novelle Vague. Generell Kunst, Kultur und Menschheitsgeschichte, die USA hat nichts Eigenes zu bieten als Zuckergetränke, Maisprodukte, menschheitsvernichtende Technik und eine großspurige Rücksichtlosigkeit. Europa war die Wiege und wird das Museum der aktuellen und nächsten Generationen von nennenswerten Erdenbürgern, das Grab wird woanders geschaufelt. Europa erwache!