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Das waren noch Zeiten, als Michael Douglas auf Kathleen Turners Fisch pinkelte, sie ihm seinen Hund zum Abendessen servierte und beide sich am Schluss im Kronleuchter prügelten. THE WAR OF THE ROSES war eine dieser schönen tiefschwarzen Kino-Komödien, die in den späten 80er-Jahren zum Mainstream gehörten. 

THE ROSES basiert auf derselben Romanvorlage, bietet wie es sich gehört ein zeitgemäßes, sehr verändertes Update und ist leider nicht mehr so ein unbeschwert-böses Vergnügen. 

Der Film nimmt sich viel Zeit für die realistische Darstellung einer wahren Liebe Gleichgesinnter und einer Ehe, die langsam aus dem Gleichgewicht gerät. Der Witz kommt hauptsächlich aus dem Spiel der beiden Hauptdarsteller. Olivia Colman und Benedict Cumberbatch sind in jeder Hinsicht ein wunderbares Paar und wie sie sich über ihre Frotzeleien amüsieren, ist lustiger als die eigentlichen Dialoge. Denn war das „Original“ noch eine plakative Komödie, die sich konsequent in den Irrsinn steigerte, kann man hier nach dem halbwegs realistischen Beziehungsverlauf die übertriebene Hysterie des Finales nicht wirklich nachvollziehen. 

Überhaupt scheinen hier zwei Ansprüche aneinander zu geraten, die nicht so recht harmonisieren wollen: Drehbuchautor Tony McNamara (THE FAVOURITE, THE GREAT, POOR THINGS) ist etwas zu verliebt in seine gedrechselten Verbalattacken, während Regisseur Jay Roach in der ihm eigenen MEET THE PARENTS-Fremdschäm-Sensibilität inszeniert. Insbesondere die Szenen mit dem Freundeskreis der Roses sind meist unlustig bis peinlich, was eine Schande ist, werden hier doch immerhin sympathische Comedystars wie Kate McKinnon, Andy Samberg und Ncuti Gatwa verheizt. 

Zumindest für das Gespann Colmann & Cumberbatch lohnt sich der Film dann aber schon – den beiden würde man im Grunde bei allem zusehen.

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