Diese Verschwörungstheorien sind schon seltsam kleine Biester. Wirken wirken befremdlich, wie dumme Gespinste, die eigentlich nicht wahr sein können. Und dann sind es die meisten doch, mehr oder weniger, nur die nicht, die als Nebelkerzen dienen, um den Rest ad Absurdum zu führen.
Nun gut, Yorgos Lanthimos karikiert den aufrechten Widerstand in die üblichen zwei Klischees, den fanatischen semi-gebildeten Anführer, die eigentliche Gefahr für "die da oben", und den strohdummen Mitläufer, der einfach nur nach Eckpfeilern für sein leeres Leben sucht. Die Vorlage steht, die beiden Außenseiter sind ungepflegt, tollpatschig und komplett außerhalb des sogenannten Real Life. Alle Maskenträger, Geimpften und Hurra-Schreier jubeln erstmal, in Folge muss allerdings alles, was nicht passt, gedanklich passend gemacht werden. Alles wie gehabt also und dank Chemtrails, Alles-Mögliche-Booster und fleißigem Wahrheitsministerien sicher kein Problem, jedoch bleibt es für diesen einfach gestrickten Zuschauer vertrackt. Keine Sympathie-Träger, ein befremdliches Duell von Klein gegen Groß, Lohnsklave gegen Konzern. Da bleiben die meisten dann doch am liebsten bei Bruce Lee's "be water!”. Zum Glück wird das selbsterklärte Gute als psychopatische Zeitbombe enttarnt, das beruhigt sicherlich zwischenzeitlich etwas. Eine allerdings, mit einer gewissen Trefferquote beim das Richtige tun. So spielt der Ball hin und her, schlägt immer härter und tiefer in die Interpretation ein. Entweder der Faustschlag mit Samthandschuh eines Visionärs oder ein skurriles Eigentor. Auf jeden Fall mir bisher der sympathischste Film des Regisseurs.