Einen Film, mit dessen Hauptdarsteller man nie wirklich was anfangen konnte, geht man meist skeptisch an. So war es dann auch in meinem Fall, da Christopher Lambert mir nie zusagte und bis heute keiner meiner Favoriten geworden ist. „Knight Moves“ allerdings kam insgesamt überraschend gut an, so dass ich diesen Streifen ruhigen Gewissens an alle weiterempfehlen kann, die sonst keinen Gefallen am „Highlander“ finden wollen. Auch für solche, die nach einem möglichst optimalen Einstieg in die Welt der Thriller suchen, ist er durchaus geeignet, da er sich von vielen Konkurrenten um einiges abhebt, hinter den Top-Werken aber zurückbleibt, so dass man durch ihn weder einen falschen Eindruck von dem Genre bekommt, noch sich die Chance nimmt, danach noch eine Steigerung zu erleben.
Inszenatorisch solide und teils recht düster, überzeugt der Film durch seine reizvolle Ausgangsidee eines psychopathischen Serienkillers, der stets in Form von kniffligen Rätseln auf Schachbasis Hinweise gibt. Mir persönlich hat es ganz besonders gut gefallen, dass im Laufe der einzelnen Ereignisse fast jeder Charakter mit der Mordserie in einen scheinbaren Zusammenhang gebracht wird und somit bei praktisch keinem ausgeschlossen werden kann, dass er in die schmutzige Angelegenheit zumindest verwickelt ist (manchmal glaubt man sogar, den Täter selbst vor sich zu haben). Für Spannung ist also garantiert gesorgt, da bis zur Auflösung darüber spekuliert werden darf, wer denn nun wirklich der Schuldige ist und inwieweit Beihilfe durch Dritte vorhanden war.
Mit diesen Stärken hätte „Knight Moves“ das Zeug zu einem perfekten Aushängeschild für sein Genre gehabt. Dass er es dazu letztendlich nicht bringt, liegt vor allem an diversen Ungereimtheiten, über die man teilweise nicht hinwegsehen kann. Im Bereich der Rätsel fallen diese Defizite unweigerlich auf, da man die hier fehlende Logik unabhängig von seinen individuellen Schachkenntnissen bemerkt. Für die Besetzung wurden auch nicht die besten Wahlen getroffen. Christopher Lambert spielt den Schachprofi zwar mit Leib und Seele, obwohl er unter seinen „Kollegen“ als Grossmeister ein wenig jung erscheint. Diane Lane passt dagegen kaum in die Rolle der Psychologin, dazu ist ihre gesamte Präsentation einfach zu.....na ja, sexy eben. Aber wahrscheinlich wollte man dem Publikum auch auf diesem Gebiet ein bisschen was für’s Auge bieten. Immerhin wird die Spannungskurve durch die erotischen Szenen nicht beeinträchtigt, wie es in anderen Filmen zu oft passiert.
Fazit: Ein weitgehend gelungener Thriller, den man sich auch ansehen kann, wenn man kein Schachexperte ist.