Während eines Schachturnieres, kommt es zu einer Reihe von Morden in der Stadt. Alle Opfer sind junge Frauen, die ausgeblutet und regelrecht aufgebahrt aufgefunden werden. Bei der Suche nach dem Täter kommen die Polizisten Frank Sedman und Andy Wagner nach kurzer Zeit auf den Gedanken, der Schachspieler Peter Sanderson könnte etwas mit den toten Frauen zu tun haben, da ein Opfer eine Mitarbeiterin des Turnieres war. Sie besuchen ihn also im Hotel, wo Sanderson, ein sehr introvertierter Mensch, sie recht abweisend behandelt, als sie ihn verhören. Als die Morde trotzdem weitergehen, hilft Peter dennoch den Behörden, denn der Verrückte kündigt seine Taten immer verschlüsselt an - er will offensichtlich ein Spiel mit Peter spielen. Da diese Tipps zum Teil eine gute Kenntnis der Schachwelt durchblicken lassen, folgert man bald, daß der Killer selbst ein sehr guter Schachspieler sein muß, vielleicht sogar ein ehemaliger Gegner Sandersons, der seine Opfer als Schachfiguren in einem "weltlichen" Spiel benutzt.
Knight Moves ist ein recht gelungener Thriller rund um einen Serienkiller, der mich irgendwie ständig an Sieben (blutige Hinweise an den Tatorten) und Saw (ich will ein Spiel mit dir spielen) erinnerten. Da aber beide Filme erst nach diesem gedreht wurden, kann man keine Plagiatsvorwürfe machen.
Im Prolog wird erstmal unser Schachwunderkind Peter Sanderson vorgestellt, der schon als Kind ein Überflieger war (und wieder erwarten, wird der Prolog noch wichtig werden, auch wenn er eher beläufig daherläuft und nebenbei Credits eingeblendet werden, noch sehr wichtig). Während eines Qualifikationturnieres für die nächstjährige Schch-WM startet dann schließlich das morden an jungen Frauen.
Sanderson gerät schnell auf die Verdächtigenliste vom guter Cop, böser Cop Duo (souverän Tom Skeritt, nervig bis zum Anschlag Daniel Baldwin). Mittels Telefonaten und kryptischen Hinweisen benutzt der Killer Peter und die Cops zu einer Schnitzeljagd nach dem nächsten Opfer.
Die Story ist gar nicht mal übel und ich hatte bis zum Ende keine Ahnung, wer dahinter stecken könnte. Alle Hauptfiguren konnte man sicher ausschließen, der konkurrierende Schachspieler war ein dermaßen offensichtlicher roter Hering, da kommt der Film mit einer Nebenfigur daher, die der normale Zuschauer meist längst vergessen hat. Es gibt zwar kleinere Hinweise, aber es ist nicht leicht mitzuraten.
Knight Moves ist dabei etwas überlang geraten, die 110 Minuten hätte man locker im Sinne des Rhrille runterdampfen können, wenn man die angedeutete Love Story und die oft langen Dialoge ein wenig geschnibbelt hätte, aber auch so läßt sich der Film gut konsumieren, solange man ihn (wie ich) nur alle Jubeljahre anschaut, da nichts langweiliger ist, als ein Krimi, wenn man den Mörder vorab schon kennt.
6/10