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Inzwischen hat Schwangerschaftshorror eine lange Tradition, die spätestens mit „Rosemaries Baby“ eingeläutet wurde. Es folgten eher krude Beiträge wie „Die Wiege des Bösen“ (1974), dem sogar zwei Fortsetzungen angehängt wurden. Autor und Regisseur Joe Lam begibt sich mit seinem ersten, abendfüllenden Spielfilm auf die Pfade der Letztgenannten.

Eine unverhoffte Schwangerschaft bringt Alessa (Lauren LaVera) in die Bedrouille. Da ihre eigene Mutter einst vor ihrer Geburt starb und bereits nach kurzer Zeit erste Krämpfe auftreten, wenden sie und ihr Freund Chris (Julian Curtis) sich an ihren Vater Maddox (Bill Moseley), von dem sie sich Informationen und Hilfe erhoffen. Doch zwischenzeitlich will der Fötus gefüttert werden…

Die Vorbilder liegen klar auf der Hand und Lam macht auch keinen Hehl daraus, deutlich auf der Retro-Welle zu schwimmen. Zudem verlässt er sich auf das Protagonisten-Trio: Obgleich Alessa einige Male in Ohnmacht fällt, entpuppt sie sich im Verlauf als entschlossenes Kraftpaket, während Chris als werdender Vater wider Willen grundlegend einstecken muss. Maddox ist da eher die undurchsichtige Komponente, welche im Verlauf für kleinere Wendungen sorgen könnte.

Leider spielt sich der Independent-Horror hauptsächlich in und um die karg ausgestattete Hütte des Alten ab, was im Verlauf nicht gerade für Abwechslung sorgt. Auch die Reibereien zwischen ihm und Chris ermüden mit der Zeit, wogegen die Momente des Fötus in Aktion zu den wenigen Höhepunkten zählen. Zunächst wirkt die Kreatur wie eine kleine Kobra, die sich am Hals ihrer wenigen Opfer festbeißt, später erhält der Fötus eher menschliche Konturen, wobei die Vorliebe für Bisse erhalten bleibt.

Die praktischen Effekte können sich durchaus sehen lassen und nur selten schimmern eher unterdurchschnittliche CGI als Ergänzung durch. Im Verlauf werden Köpfe und Arme abgerissen, nur bleibt die Zahl der Opfer leider recht überschaubar und der Gewaltgehalt wird erst gegen Finale erwähnenswert. Auch das Mitmischen einer dämonischen Entität weist Anleihen an frühere Genrependants auf, nur dass in diesem Kontext zu selten Spannung aufkommt, da die Handlung im finalen Akt zusehends fahrig anmutet.

Dagegen können die drei überzeugend aufspielenden Mimen nur bedingt ankämpfen und auch der Score, welcher größtenteils aus Archivmaterial zusammengestellt wurde, unterstützt nur partiell die Atmosphäre. Weniger Dämonenhorror und mehr Fötus-Action hätte die Angelegenheit womöglich abwechslungsreicher gestaltet, wodurch der Streifen eher wie eine etwas zahnlose Hommage, denn als eigenständige und kreative Produktion anmutet.
Wer auf etwas Body Horror und nostalgisch anmutende Reminiszenzen steht, wird immerhin in Ansätzen fündig.
5 von 10

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