Stellas Vater verschwand vor 30 Jahren spurlos. Mit ihrer Tochter kehrt sie in ihr Heimatdorf zurück, weil ihre Mutter gestürzt ist. In der Nacht regt sich ein altes Funkgerät, ihr Vater ist dran und meldet sich aus einem anderen Raum-Zeit-Gefüge und damit gerät selbiges für Stella, ihre Tochter und zwei Freunde völlig aus dem Gleichgewicht.
Filme wie H. G. Wells Time Machine sind toll, weil da eine Zeitmaschine aktiviert wird, es geht irgendwo hin, wo man Abenteuer erlebt und irgendwann geht es einfach wieder nach Hause zurück. Das ist wie Urlaub. Project Genesis dagegen ist Chaos, die Protagonisten springen wild durch Zeit und Raum, alles stürzt ins Chaos, alles gerät immer mehr durcheinander, es wird immer schwerer, der Geschichte und der ihr innewohnenden Geschichte zu folgen. Und dann endet alles in einem sehr seltsamen Ende ohne Erklärung.
Und doch mag ich dieses Zeitreise-Sci-Fi-Mystery-Ungetüm.
Taklee Genesis ist ein bombastisches Effektgewitter, das richtig gut aussieht. Hier wurde viel Geld aufgewendet, um den Film optisch hell erstrahlen zu lassen und das ist rundum gelungen. Ganz gleich ob Lichteffekte oder Kaijumonster, alles schaut hervorragend, wenngleich nicht perfekt aus. Und es gibt Dinos zu sehen. Kamera und Regie leisten sich keine nennenswerten Fehler, sodass der Film zu einem optischen Leckerbissen wird.
Aber reine Optik allein reicht natürlich nicht für einen guten Film.
Inhaltlich wird hier einiges geboten. Wir haben thailändische Gegenwart, thailändische Vergangenheit, es geht 200 Jahre in die Zukunft, es gibt eine Art Apokalypse, Zombies rennen mancherorts herum und es geht auch noch 7600 Jahre in die Vergangenheit. Das sind zwei vollgepackte Stunden mit Drama, Sci-Fi, Fantasy, Mystery und Action. Und ja, der Story sollte man mit beiden Augen und Ohren folgen und selbst dann kann sie einen abhängen. Das Worldbuilding ist nicht ganz simpel und funktioniert nach einer eigenen Logik, die ich mir nicht die Mühe gemacht habe, verstehen zu wollen. Logik ist bei Zeitreisefilmen eh immer ein Problem, den Kleinigkeiten können ja bereits ein Paradoxon auslösen. Die findet man hier auch, besonders im Finale, aber da denkt man besser nicht zu sehr nach, sonst bricht man sich vielleicht die Synapsen.
Die Darstellenden spielen solide, wobei hier mal wieder die Kids den Erwachsenen die Show stehlen, denn die sind allesamt zuckersüß und herzig und stellen einen dicken Pluspunkt des Films dar. Auch die Nebenfiguren passen allesamt, obwohl ein Zurückbleiben in der Zukunft schon sehr seltsam anmutet und recht wenig Sinn ergibt.
Einzig die Hauptdarstellerin erschien mir schwierig. Sie wirkt unterkühlt, gutherzig zwar, aber wenig empathisch und machte einen nicht ganz sympathischen Eindruck wie das Töchterchen. Dennoch kann man mitfiebern, wenn die Spannungsschraube im letzten Drittel kontinuierlich angezogen wird.
Nur im Mittelteil, der sich vor allem mit der Zukunft beschäftigt, tauchen einige Längen auf und man muss auch einfach schlucken, dass ein paar Menschen sich mit einer Alienmaschine hervorragend auskennen, die sie erst seit kurzem nutzen. Dennoch macht die Action Laune, die Effekte sind Fun, die Motivation der Protagonistin ist nachvollziehbar und für's Auge gibt es eigentlich ständig etwas zu entdecken.
Leicht wirre Geschichte mit weirdem Ende, wie es bei komplexen Zeitreisefilmen ja fast normal ist. Action, Effekte und Figuren bereiten Freude, die Story erfordert Aufmerksamkeit, allerdings lässt der Film seine Zuschauerschaft dank deutlichem Erklärungsmangel am Ende ein bisschen allein zurück. Da ist eine Menge interpretierbar oder will nicht logisch erscheinen. Ob da ein Rewatch helfen wird?
Die Erstsichtung hat Spaß gemacht.