Horror, Thriller, Mystery und Science-Fiction, aber nicht verwandt oder verschwägert mit „The Descent – Abgrund des Grauens“, den Neil Marshall 2005 inszenierte.
Folgendes erst einmal sacken lassen: Das Werk hat eine Nominierung als bester Spielfilm erhalten, auf dem „International Christian Film Festival“.
Seit drei Jahren steht die Welt am Abgrund. Wie durch ein Wunder gibt es jedoch kleine bewohnbare Fleckchen Erde, die jeweils von der Unity geleitet werden. Wyatt ist jedoch unsicher, ob er einer derartigen Vereinigung beitreten möchte, weshalb es in einem Landhaus zum Kennenlernen der hiesigen Mitglieder kommt. Doch in dieser Nacht betreten unheimliche Wesen das Gelände und man flieht zum Nachbarn Markus, der in den Ereignissen die Neunte Offenbarung sieht…
Im weitesten Sinne hat man es mit einem Bekehrungsfilm zu tun, der sich wenig aus den oben genannten Genreeinteilungen macht. Zur Exposition gibt es eine relativ hübsch gestaltete Weltraumszene, nach zwanzig Minuten so etwas wie unheimliche Vorboten mit Gewitter und unruhigen Pferden und in Sachen Action wird sogar ganz kurz ein Auto durch die Luft gewirbelt.
Die Ernüchterung folgt jedoch direkt mit den Monstern/Aliens/Bibelplagen: Vier, fünf Statisten tragen grobschlächtige Latexmasken, welche alles und nichts verkörpern können, die weder unheimlich noch lustig aussehen. Natürlich kann auch eine Belagerungssituation spannend ausfallen, doch man philosophiert lieber über Gott und die Welt, zumindest weitgehend. Ansätze über verschiedene Blickwinkel, frei von Vorurteilen sind prinzipiell diskussionswürdig, doch die Blickwinkel der Kamera fallen eher suboptimal und zuweilen sogar reichlich unsicher aus, selbst wenn mal gerade kein Latexkollege unterwegs ist.
Konfrontationen kommen überdies kaum zustande und mit Blutvergießen haben zwei, drei Schrammen wenig zu tun.
Für sich stehend ist der Score okay, doch er wird massiv überstrapaziert. Man könnte die Mimen ja auch einfach mal reden lassen, doch da diese nicht die Qualität besitzen, Emotionen angemessen wiederzuspiegeln, muss es eben die Musik richten.
Und als wäre all dies nicht genug, klammert man den eigentlichen Showdown, also so etwas wie eine dramaturgische Steigerung direkt aus. Eine bereits anberaumte Fortsetzung soll es offenbar richten.
Co-Autor und Regisseur Matt Green und sämtliche Beteiligte mögen gute Menschen sein, doch ein Gebot lautet: Dreht keine schlechten Filme, auch wenn sie nur 76 Minuten lang sind.
2 von 10